Die auf Minderungszertifikate aus Deponiegasprojekten spezialisierte Novo Gramacho Energia Ambiental SA hat nach Angaben der Kfw ein Projekt entwickelt, das das Entweichen von Methan in die Atmosphäre vermeiden soll. Das Treibhausgas wird dabei aufgefangen und verdichtet und an lokale Unternehmen verkauft. Novo Gramacho rechnet damit, dass durch diese Methode bis zum Jahr 2015 bis zu 6,3 Mio t CO2e eingespart werden können. Das Projekt Gramacho gehört zu den wichtigsten fünf Deponiegasprojekten, die beim UN-Klimaschutzsekretariat für das Auffangen und Neutralisieren von Methan registriert worden sind.
Novo Gramacho hat den weiteren Informationen zufolge auch eine der größten Anlagen für Sickerwasser errichtet. Bis zu 2 Mio Liter Sickerwasser pro Tag können behandelt werden. Überdies soll das Projekt die lokalen sozialen Bedingungen rund um die Deponie verbessern. Ein Teil der CERs, die aus dem Minderungsprojekt hervorgehen, sollen nach Angaben der KfW in einen Sozialfonds fließen. Aus diesem Fonds sollen Mittel für den Wiederaufbau der Umgebung der Mülldeponie verwendet werden. Novo Gramacho wird zudem mit einem jährlichen Beitrag in die Weiterbildung der Menschen investieren, die zurzeit vom Müllsammeln leben.
Bernhard Zander, Direktor des KfW Klimaschutzfonds, freut sich über diese besondere Transaktion. Sie zeige deutlich, wie CO2-Minderungszertifikate zur Finanzierung von sozialen Infrastrukturprojekten beitragen könnten. 2006 hatte die KfW einen Vertrag mit Biogas Energia Ambiental unterzeichnet, dem mit 50% größten Anteilseigner von Novo Gramacho. 33% der Anteile an Biogas gehören Arcadis Logos.
Novo Gramacho wird eine Vorabzahlung von rund 13 Mio EUR erhalten, um das Projekt zu implementieren. Mit dem Auffangen von Methan sei im Rahmen des internationalen Umwelttages bereits am 5. Juni 2009 begonnen worden. Das Unternehmen werde diesen Betrag in Form von CERs an die KfW zurückzahlen. (DJ)

