Auf dem meterdicken Torfboden in Indonesiens Regenwald gedeihen Pflanzen mit extrem geringem Nährstoffbedarf, die nur in diesem Ökosystem vorkommen. Wo Lücken in den Wald geschlagen sind, vertrocknet der Torf und gerät leicht in Brand. Jedes Jahr verbrennen so mehrere tausend Hektar Wald. Außerdem sind illegale Abholzung und die Umwandlung von Wald in Ölpalm-, Kautschuk- und Holzplantagen Ursachen für den Verlust des Torfwaldes. Dem tritt ein Vorhaben in der Provinz Merang in Süd-Sumatra entgegen, das die GTZ im Auftrag des Bundesumweltministeriums durchführt und das eines der ersten Projekte der 2007 bei der UN-Klimakonferenz in Bali beschlossenen REDD-Initiative ist (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation).
24.000 Hektar umfasst das Gebiet, in dem ein Schutzkonzept für den indonesischen Torfwald mit einer Gesamtgröße von über 20 Millionen Hektar entsteht. Am Anfang stand der Aufbau tragfähiger Strukturen: Der Distrikt erhielt eine neue Forstamtverwaltung, deren Mitarbeiter lernen, das Waldmanagement für den Torfdom zu übernehmen und die Voraussetzungen für die Teilnahme am Kohlenstoffmarkt zu schaffen. Das Waldgebiet ist vermessen und die Tier- und Pflanzenwelt teilweise dokumentiert. Um Waldbrände besser bekämpfen zu können, messen Ranger täglich während der regenfreien Monate den Trockenheitsgrad im Wald.
Messungen im kohlenstoffreichen Torfboden ergaben, dass im Projektgebiet jährlich etwa 500.000 Tonnen CO2 zur Verfügung stehen. Der Verzicht auf weitere Abholzung kann somit langfristig Gewinne einbringen: Mit Einnahmen aus Emissionszertifikaten lässt sich der Schutz der biologischen Vielfalt finanzieren, die Infrastruktur der Gemeinden entwickeln und neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Das Vorhaben hat seit 2008 unter anderem die Gründung zweier Dorfbaumschulen und kleiner Hühnerzuchtfarmen unterstützt, wovon bislang über 500 Menschen profitieren.
Die GTZ macht den lokalen Politikern das Ausmaß und die Folgen der Zerstörung des Torfwaldes bewusst, damit sie bereits bestehende Gesetze zum Schutz des Waldes und gegen die illegale Abholzung umsetzen. Den meisten von ihnen dürfte die größte Brandkatastrophe Asiens von 1997/98 noch in Erinnerung sein. Damals verbrannten zehn Millionen Hektar Wald und es entstand ein ökonomischer Schaden von über zehn Milliarden Euro.
Website des Vorhabens: www.merang-redd.org

