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UN bewilligt erstmals konkrete Projekte zum Schutz vor Klimawandel (17.06.2010)

Gestern (16.06.10) endete in Bonn das 10. Treffen des Steuerungsgremiums des UN-Anpassungsfonds. Zum ersten Mal wurden dabei die Entwürfe für konkrete Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Entwicklungsländern bewilligt.

Der UN-Anpassungsfonds im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde ins Leben gerufen, um Entwicklungsländer, die besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind, bei der Finanzierung von Anpassungsprojekten und -programmen zu unterstützen. Der jetzige Beschluss läutet die konkrete Umsetzungsphase dieses innovativen internationalen Fonds ein, der seinen Hauptsitz in Bonn haben wird.

GermanwatchDazu Sven Harmeling, Referent für Klima und Entwicklung bei Germanwatch: "Viele Menschen in Entwicklungsländern befinden sich bereits heute an der Frontlinie der Auswirkungen des Klimawandels. Dass der Anpassungsfonds nun konkrete Projekte zum Schutz vor diesen Folgen finanzieren kann, ist daher ein wichtiger Schritt." Besonders hervorzuheben sei hierbei die Initiative des Senegal. Das "Centre de Suivie Ecologique" (CSE) wurde bisher als einzige nationale Umsetzungsinstitution eines Entwicklungslandes vom Steuerungsgremium des Anpassungsfonds akkreditiert. Auch das Konzept des vom CSE eingereichten Projektes zum Schutz vor dem Meeresspiegelanstieg wurde nun angenommen. Darüber hinaus wurden drei weitere Konzeptvorschläge für Projekte angenommen, die allerdings alle durch das UN-Entwicklungsprogramm umgesetzt werden.

"Den Entwicklungsländern muss dabei geholfen werden, ihre eigenen Fähigkeiten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels aufzubauen. Es ist wichtig, dass die Länder die Anpassung an den Klimawandel selber vorantreiben. Das setzt aber voraus, dass nicht nur multilaterale Institutionen wie Weltbank oder das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, sondern eben nationale Umsetzungsinstitutionen direkten Zugang zu den Fonds bekommen", erklärt Harmeling weiter. Senegal sei hier der Pionier und habe die gesetzten Standards erreicht.

Das Steuerungsgremium des Fonds würdigte bei seiner Sitzung in Bonn zudem, dass Spanien, Deutschland und Schweden als erste Länder angekündigt haben, als Teil der beim Klimagipfel in Kopenhagen versprochenen Kurzfristfinanzierung den Fonds mit Millionenbeträgen zu unterstützen. "Es wäre ein fatales Signal und ausgesprochen unfair für die vom Klimawandel betroffenen Menschen, würde Deutschland seine in Kopenhagen gemachten Versprechen für die nächsten Jahre jetzt in den Haushaltsverhandlungen des Bundes wieder einkassieren", so Sven Harmeling.

Germanwatch verfolgt die Entwicklung des Anpassungsfonds seit seiner Gründung bei der Klimakonferenz in Bali 2007 in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungshilfswerk Brot für die Welt.

Weitere Germanwatch-Hintergrundinformationen zum Anpassungsfonds finden
Sie unter: http://www.germanwatch.org/klima/af.htm


Quelle: Germanwatch e.V.



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