Umweltminister Jairam Ramesh will mit den Daten einen Gegenpol zur "Propaganda-Wissenschaft" der Industriestaaten bilden und erhofft sich zudem eine Unterstützung für den eigenen Verhandlungsstandpunkt. Aus seiner Sicht haben einige westliche Staaten Studien des Weltklimarates IPCC für eigene Zwecke umgedeutet. Das werde Indien niemals akzeptieren, sagte der Politiker in Mumbai.
Er wolle sich nicht auf Studien verlassen, die an anderer Stelle erstellt worden seien. Diese verfolgten andere Ziele, die "nicht im Interesse Indiens" seien, sagte Ramesh. Indien müsse Weltführer in der Wissenschaft sein, sonst werde jemand anderer die Wissenschaft dazu nutzen, um das Land zur Einhaltung bestimmter Maßnahmen zu zwingen.
Indien will seine neuesten Emissionsdaten im Mai veröffentlichen und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft, Wälder, Gesundheit und Wasser untersuchen. Nach Angaben Rameshs wird Indien gegen Ende 2012 einen eigenen Satelliten haben, der die Treibhausgasemissionen überwacht. Ende 2013 werde ein Satellit die Waldbestände aus dem All beobachten.
Noch in diesem Monat soll die sogenannte National Green Tribunal Bill im Parlament eingebracht werden. Sie erlaube die rasche und effektive Beseitigung von Vorfällen im Zusammenhang mit Umweltschutz. Das Umweltministerium hat zudem vorgeschlagen, in Indien eine nationale Umweltbehörde nach dem Vorbild der US-Umweltbehörde EPA zu gründen. (DJ)

