Die Mitglieder von zehn verschiedenen Indio-Völkern verlangen umgerechnet 4,4 Millionen Euro als Entschädigung für den Verlust von Begräbnisstätte, Jagdgebieten sowie wegen sonstiger Schäden. Das Kraftwerk «Dardanelos» mit einer Kapazität von 216 Megawatt etwa 1000 Kilometer westlich von der Hauptstadt Brasilia ist seit 2007 im Bau und soll im kommenden Januar fertig gestellt werden.
Es ist Teil des ehrgeizigen Plans von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zur Industrialisierung des aufstrebenden südamerikanischen Landes. Schon jetzt kommen landesweit etwa 80 Prozent des erzeugten Stroms aus Wasserkraftwerken. Deren Ausbau, der vor allem im Amazonas-Gebiet stattfindet, trifft aber zunehmend auf den Widerstand von Umweltschützern und Ureinwohnern.
Das verantwortliche Unternehmen EAPSA zeigte sich «überrascht» von der Besetzung. Das Werk beeinflusse den Lebensraum der Ureinwohner nicht, da es 42 Kilometer von dem nächstgelegenen Reservat entfernt sei. Es sei auch keine Begräbnisstätte zerstört worden, was durch Archäologen nachgewiesen werden könne. EAPSA ist ein brasilianisches Konsortium, das von privaten Unternehmen für Bau und Betrieb des Kraftwerks gegründet wurde.

