Die von der niederländischen Umweltministerin Tineke Huizinga vorgestellte Auflistung für sechs Industriestaaten ist Teil einer Anschubfinanzierung für den Klimaschutz in Entwicklungsländern.
Nach dieser Liste hat Deutschland 1,26 Milliarden Euro bis 2012 zugesagt, aber noch nicht ausgezahlt. «Der Planungsprozess in Deutschland ist noch nicht beendet», hieß es auf der Konferenz zum Thema Freigabe der Gelder. Deutschland beabsichtige, sich an sieben Projekten zu beteiligen, darunter den Bau eines Solarkraftwerkes in Marokko. Frankreich hat eine gleich hohe Summe wie Deutschland bereits den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellt. Ähnliches gilt für Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Großbritannien.
Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen hatten die Teilnehmer vereinbart, dass die reicheren Staaten den Entwicklungsländern kurz- und langfristig Geld überweisen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Als Anschubfinanzierung sollen 30 Milliarden Dollar (23,4 Milliarden Euro) aufgebracht werden. Bis 2020 sollen es sogar 100 Milliarden Dollar im Jahr sein. «Sie (die Liste) wird Vertrauen schaffen, dass diese Versprechen auch eingehalten werden», sagte Huizinga, die bald weitere Einträge reicher Länder erwartet.
Schweizer Diplomaten, die das zweitägige Treffen mit 45 Ländern in Genf zusammen mit Mexiko organisiert hatten, sprachen von einer «konstruktiven Atmosphäre» des Treffens. «Wir haben offen und oft auch außerhalb traditioneller Verhandlungspositionen diskutiert, gemeinsam nachgedacht und so unser Verständnis der Probleme und möglicher Lösungsansätze geschärft», sagte Umweltminister Moritz Leuenberger. Entscheidungen wurde nicht gefasst.
Es habe Einigkeit bestanden, dass zur Langfristfinanzierung im Klimabereich ein Fonds gebraucht werde, sagte der Minister. Mexikos Außenministerin Patricia Espinosa nannte das Treffen einen wichtigen Meilenstein zur Vorbereitung von Cancùn. «Die Finanzen sind eine der zentralen Fragen für eine Lösung im Klimabereich», sagte Espinosa.

