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Forscher: Die meisten klimaschädlichen Kraftwerke werden erst noch gebaut (10.09.2010)

Bild: Pixelio/dafaliasWashington - Die meisten der klimaschädlichen Kraftwerke und Produkte werden erst noch gebaut. Davor warnen Forscher vom Carnegie Institut der Universität Stanford jetzt im Fachjournal «Science» vom Freitag. «Das Ergebnis unserer Studie überraschte uns», berichten Steven Davis und Ken Caldeira. «Die größte Gefahr im Hinblick auf den Klimawandel geht also von Strukturen aus, die heute noch gar nicht existieren».

Die derzeitigen Anlagen werden in den nächsten 50 Jahren den Berechnungen so viel Treibhausgase abgeben, dass die weltweite Temperatur insgesamt nur um etwa 1,3 Grad Celsius steigt. Zur Vermeidung einer Klimakatastrophe müssten sie jedoch nach Ende ihrer Nutzung durch umweltfreundliche Technik ersetzt werden. Selbst die Forscher finden es allerdings völlig unrealistisch, dass zukünftig bei der Energiegewinnung oder im Verkehr auf Kohlendioxid ausstoßende Technologien komplett verzichtet werde.

«Bisher konnten internationale Abkommen und Regelungen die Emissionen nicht drosseln», berichtet Martin Hoffert von der Universität New York. Er weist darauf hin, dass die Politik die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas weltweit immer noch zwölfmal stärker subventioniere als erneuerbare Energien.

Derzeit bauen laut Hoffert Indien, China und auch die USA vermehrt Kohlekraftwerke. Somit steige der Kohlendioxidausstoß zur Energiegewinnung und mit ihm die globale Temperatur. Das Ziel scheine damit schwer erreichbar, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu beschränken. Dies ist nach Forscheransicht notwendig, damit die Auswirkungen des Klimawandels ein für Mensch und Natur erträgliches Maß nicht überschreiten.

Die heute existierenden Anlagen stoßen in den nächsten 50 Jahren noch etwa 500 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) Kohlendioxid aus. Danach gehe voraussichtlich auch die letzte der heutigen Anlagen aus der Nutzung. Davis und Caldeira setzten diese Werte in Klimamodelle ein und berechneten, dass dies zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre auf 430 Teile pro Millionen (Parts per Million: ppm) führt. In der Folge würde die weltweite Temperatur um weniger als zwei Grad ansteigen.

Die Forschung nach alternativen Technologien sollte laut Hoffert ausgebaut werden. Wichtig sei es vor allem, erneuerbare Energien kostengünstiger anbieten und speichern zu können.

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Quelle: dpa



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