Wulff beriet am Dienstag mit Präsidentin Laura Chinchilla vor diesem Hintergrund über eine weiteren Ausbau der Zusammenarbeit. «Den deutsche Unternehmen stehen die Türe offen für Investitionen in unserem Land, vor allem in die Wind- und Solarenergie», sagte Chinchilla. Sie forderte eine rasche Inkraftsetzung des Kooperationsabkommens zwischen der EU und Zentralamerika.
Wulff sagte seinerseits: «Wir brauchen dieses Land als Vorbild, dass man sehr schnell Energie erzeugen kann aus regenerativen Energien. Das wird anderen Mut machen.» Er bot Costa Rica eine enge Zusammenarbeit an und lud Chinchilla zu einem Staatsbesuch nach Deutschland ein.
Wulff war nach 34 Jahren der erste deutsche Bundespräsident, der das Vier-Millionen-Einwohner-Land offiziell besuchte. In der Hauptstadt San José nahm er an den Feiern zur beendeten Restaurierung der Kuppel des barocken Nationaltheaters teil. An den Kosten hat sich Deutschland mit 44 000 Euro beteiligt.
Chinchilla hat gerade eine parlamentarische Krise überstanden. Für Wulff ändert das nichts an dem Vorbildcharakter des Landes auch bei der Durchsetzung der Demokratie. Die Förderung demokratischer Strukturen, der uneingeschränkte Schutz der Menschenrechte und die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien machten Deutschland und Costa Rica international zu «natürlichen Partnern», sagte Wulff bei einem Staatsbankett in San José.
Zusammen mit seiner Frau Bettina macht Wulff an diesem Mittwoch einen Abstecher zum Regenwald im Nationalpark Braulio Carrillo nahe der Hauptstadt Costa Ricas. Danach reist er nach Brasilien weiter, der letzten Station seiner drei Staatsbesuche-Tour in sieben Tagen.

