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Wedging the Gap – die Emissionslücke schließen (18.06.2012)

Reduktionsziele und -effekte bis 2020 Grafik: EcofysEcofys will durch Zusammenarbeit mit 21 weiteren Initiativen die globale Lückebei den CO2-Emissionen wirksam reduzieren. Das Beratungsunternehmen erwartet, dass sich mit diesem Vorschlag, bei dem besonders motivierte Gruppierungen im Klimaschutz vorangehen, die Einsparziele bei weitem übertreffen ließen.

Köln/Utrecht – Einundzwanzig von Ecofys vorgeschlagene bedeutende Initiativen können in der Summe eine Emissionsminderung um bis zu 10 Gigatonnen CO2-Äquivalent (Gt CO2e) bewirken und so bis 2020 die Klimalücke schließen. Mit diesem neuartigen Ansatz würden die Einsparziele weit übertroffen, die von den einzelnen Regierungen unter der UN-Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) gegenwärtig vorgeschlagen werden. Die Initiative würde auch erheblich dazu beitragen, die Lücke zwischen den gegenwärtigen Emissions-Trends und den Werten zu schließen, die erreicht werden müssen, wenn die globale Erwärmung auf 2 °C über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll.

Der Ansatz `Wedging the Gap´ (die Lücke schließen) will 21 bedeutende Initiativen weltweit zusammenschließen, indem eine Reihe hoch motivierter Akteure, darunter einzelne Bürger, Städte, große Unternehmen sowie Regierungen gemeinsam handeln. Sämtliche Initiativen gründen auf bereits laufenden Unternehmungen von führenden Akteuren und Organisationen. Viele haben bereits bedeutende Fortschritte bei ‘grünem Wachstum’ erreicht. Sie fördern damit umweltfreundliche wirtschaftliche Entwicklungen und erhöhen die Motivation dafür, sich hier zu engagieren.

Zwei Beispiele:

Eine Vereinigung, wie der Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung (World Business Council for Sustainable Development, WBCSD), könnte erreichen, dass 30 % der 1.000 weltweit bedeutendsten Unternehmen bis 2020 ihre energiebedingten Emissionen auf 10 % unter das laufende Niveau (‘business as usual’) senken und dass alle diese Unternehmen ihre Nicht-C02-Treibhausgas-Emissionen bis dahin um 50 % senken. Im Jahr 2020 wäre so ein Effekt von bis zu 0.7 Gt CO2e erreicht.

Gruppen, wie die C40 oder der weltweite Verband ‘ICLEI – Local Governments for Sustainability’, könnten die 40 hier zusammengeschlossenen Städte oder eine vergleichbare Gruppe dazu veranlassen, die Emissionen in ihrem Bereich bis 2020 auf 20 % unter die ‘business as usual’–Schwelle zu senken, indem sie auf den tausenden von Aktionen zur Emissionsreduzierung aufbauen, die in den C40–Städten bereits umgesetzt werden. Der Effekt würde 2020 bis zu 0.7 Gt CO2e betragen.

„Schritte einzelner Menschen, Gemeinden oder auch großer, weltweit agierender Unternehmen mögen für sich genommen wie ‘Tropfen auf den heißen Stein’ wirken“, sagt Kees van der Leun, COO bei Ecofys. „Ich bin jedoch davon überzeugt, dass eine Zusammenarbeit in einer umfassenderen Gruppe, die einen sinnvollen Beitrag im globalen Maßstab leisten kann, als Treibsatz für Veränderungen wirken würde. Dies wiederum würde die Umsetzung in die Tat fördern und den Stellenwert der Klimaziele betonen, für deren Erfüllung nach wie vor die einzelnen Regierungen verantwortlich sind. Daher müssten sich führende Wirtschaftsorganisationen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen an dieser Gruppierung beteiligen und die gemeinsame Arbeit bestimmen und aufrechterhalten: Das ist der Schlüssel zum Erfolg der Initiative ‘Wedging the Gap’.“

In Hinblick auf den Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), der eine Klimalücke von ca. 12 Gt CO2e zwischen einem ‘business-as-usual’-Szenario und Entwicklungslinien aufzeigt, die mit einem Temperaturanstieg von maximal 2 °C bis 2020 vereinbar sind, erklärt Dr. Niklas Höhne, Direktor Energie und Klimapolitik bei Ecofys: „In Anbetracht der Entwicklung der internationalen Verhandlungen zur Klimapolitik in den vergangenen zehn Jahren scheint es eher unwahrscheinlich, dass die Staaten ihre Bemühungen, dieses Ziel zu erreichen, intensivieren, wenn sie keine positiven Anstöße von außen bekommen.”

Für den Erfolg des Ansatzes ‘Wedging the Gap’ sind nach Ansicht von Prof. Kornelis Blok, wissenschaftlicher Direktor bei Ecofys, vier Anforderungen an alle 21 Initiativen wesentlich, die er so beschreibt: 1) Definition eines konkreten Ausgangspunktes für eine signifikante Ausweitung der Aktivitäten bis 2020, 2) Erzielung eines klaren Zusatznutzens über die Reduzierung der Treibhausgase hinaus, 3) Organisationen stehen bereit, die bei der Initiative eine Führungsrolle übernehmen, 4) die Initiative erreicht ein Potential in einer Größenordnung 0.5 Gt CO2e an Emissionsreduzierung im Jahr 2020. Gemeinsam könnten die Initiativen so Reduzierungen von bis zu 10 Gt CO2e erzielen.

Ecofys stellt seinen Ansatz ‘Wedging the Gap’ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ‘Nature Climate Change’ genauer vor. Der vollständige Artikel (auf Englisch) kann bei „Nature Climate Change“ heruntergeladen werden.


Quelle: Ecofys

© Reduktionsziele und -effekte bis 2020 Grafik: Ecofys



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