Dhaka - Außenminister Guido Westerwelle hat Bangladesch weitere deutsche Unterstützung beim Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels versprochen. Für Deutschland sei dies eines der «Schlüsselfelder» in der Entwicklungshilfe, sagte Westerwelle am Samstag in der Hauptstadt Dhaka.
Insgesamt habe die Bundesrepublik seit der Unabhängigkeit des südasiatischen Landes 1971 zwei Milliarden Euro Entwicklungshilfe geleistet. Diese «Partnerschaft» solle fortgesetzt werden. Bangladesch gehört mit seinen beiden großen Flüssen Ganges und Brahmaputra sowie der langen Meeresküste zu den Staaten, die besonders stark von der Erderwärmung betroffen sind. Immer wieder kommt es zu katastrophalen Überschwemmungen.
Es ist auch eines der ärmsten Länder der Welt. Fast ein Drittel der 164 Millionen Einwohner lebt unter der absoluten Armutsgrenze von einem Euro pro Tag. In Dhaka besuchte Westerwelle auch einen der vielen Slums.
Die bescheidenen Ergebnisse des Umweltgipfels in Rio stießen auch in Bangladesch auf Kritik. Außenministerin Dipu Moni rief die Industriestaaten auf, angesichts der Finanzkrise die Dritte Welt nicht zu vergessen. «Als die großen Banken gerettet werden mussten, waren über Nacht Billionen Dollar da», sagte sie nach einem Gespräch mit Westerwelle. «Aber wenn die Länder, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, Geld benötigen, ist es sehr schwer, etwas zu bekommen. Dabei wird der Klimawandel nicht von uns verursacht.»
Bangladesch war für den FDP-Politiker die letzte Station einer dreitägigen Asienreise. Er traf auch Ministerpräsidentin Sheik Hasina und Vertreter der Opposition. Die zerstrittenen politischen Lager mahnte er zum demokratischen Umgang miteinander. Freie Wahlen und eine freie Presse seien dafür «unabdingbare Voraussetzungen». Hasina versprach nach Angaben aus Westerwelles Umgebung, dass die nächsten Parlamentswahlen 2014 fair verlaufen werden.

