So ist es gelungen, die Produktion von Substanzen, die der Ozonschicht schaden, einzudämmen. Weitere Erfolge sind die Entfernung von Blei in Kraftstoffen, ein verbesserter Zugang zu sauberem Wasser und die Reduktion der Meeresverschmutzung.
In zahlreichen internationalen Konferenzen haben sich die politischen Kräfte in den letzten Jahren auf die 90 wichtigsten Umweltziele geeinigt. Die ambitionierten Ziele können aber nur erreicht werden, wenn verstärkte Maßnahmen gesetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht des „United Environment Programme (UNEP)“. Forschungsergebnisse zur globalen Ressourcennutzung vom Institut für Soziale Ökologie sind wichtiger Teil des UNEP Berichtes.
Neben den vier erreichten Zielen ist man 40 weiteren Zielen näher gekommen. Sehr kleine oder gar keine Fortschritte gab es laut UNEP-Bericht bei 24 Zielen, darunter sind der Klimawandel, die problematische Situation der Fischbestände, die Wüstenbildung und die Dürre zu nennen.
Der fünfte globale Umweltbericht „Global Environmental Outlook (GEO-5)“ zitiert zentrale Forschungsergebnisse des Instituts für Soziale Ökologie an der Alpen-Adria-Universität. Ein Spezialgebiet des Instituts für Soziale Ökologie ist die Erfassung und Analyse globaler Ressourcennutzung. Insbesondere Materialverbrauch und Landnutzung werden in Wien untersucht. Das Ergebnis ist alarmierend, denn der Materialverbrauch unserer Gesellschaft hat sich in den letzten 100 Jahren von 7 auf 70 Mrd. Tonnen pro Jahr verzehnfacht.
„Bei fossilen und mineralischen Rohstoffen gibt es eine enge Koppelung an die ökonomische Entwicklung. Nach einer gewissen Stagnation im globalen pro Kopf Verbrauch von Materialien, gab es in den letzten zehn Jahren aber eine neue Beschleunigung“ erklärt Fridolin Krausmann. „Wenn dieser Trend anhält, wird sich der Materialverbrauch bis 2050 noch einmal verdoppeln“, warnen die Forscher.
Eine gesellschaftliche Schlüsselressource ist Biomasse. Deren Verbrauch stieg in der Vergangenheit mit der Bevölkerung. Bevölkerungswachstum, steigender Fleischverbrauch und Bioenergie lassen aber auch hier eine überproportionale Steigerung der Nachfrage erwarten. Durch Landnutzung eignet sich der Mensch heute bereits ein Viertel der weltweiten Biomasseproduktion an.
Ein bisher wenig beachteter Faktor ist dabei die Bodendegradation in ariden Regionen. Erstmals konnte gezeigt werden, wie sehr sich die Böden vor allem in der Sahelzone, in ariden Regionen Chinas und der ehemaligen Sowjetunion verschlechtern und dass dadurch bis zu 50% der Pflanzenproduktivität verloren gehen.
Der Bericht warnt davor, dass es zu irreversiblen Veränderungen der lebenserhaltenden Funktionen des Planeten kommen kann, wenn nicht dringend neue Wege in der Umsetzung der Umweltziele beschritten werden. Die Wende sei, so die Autorinnen und Autoren, noch möglich: Mit ehrgeizigen Maßnahmen könne man das Ruder noch herumreißen.
Der Bericht ist zu finden unter: http://www.unep.org/geo/geo5.asp
Krausmann, F., Gingrich, S., Eisenmenger, N., Erb, K.H., Haberl, H. and Fischer-Kowalski, M. 2009. Growth in global materials use, GDP and population during the 20th century. Ecological Economics 68, 2696–2705.
Zika, M. and Erb, K.H. 2009. The global loss of net primary production resulting from humaninduced soil degradation in drylands. Ecological Economics 69, 310–318

