Bis Juni 2015 müssen die australischen Unternehmen eine CO2-Steuer von 25 australischen Dollar je Tonne CO2 bezahlen, danach bestimmt der Markt den Preis.
RepuTex erwartet für die Fiskaljahre 2016 bis 2020 einen durchschnittlichen CO2-Preis von 11,50 australischen Dollar. Dieser Preis läge unter dem ursprünglich geplanten Mindestpreis im australischen System von 15 australischen Dollar. Aus der Differenz von beinahe 16 Prozent ergebe sich der genannte Marktlagengewinn, heißt es in einem Bericht des Unternehmens.
Nach Prognosen von RepuTex könnten sich der europäische und der internationale Preis für Minderungszertifikate im Zeitraum 2016/2020 zwischen sieben und 17 australischen Dollar bewegen. Australische Unternehmen dürfen bis zu 22 Prozent ihrer Emissionsschulden mit internationalen Zertifikaten abdecken.
Über den größten Gewinn dürften sich laut RepuTex Energieversorger freuen: Sie sollen binnen fünf Jahren bis zu 1,5 Milliarden australische Dollar an Windfall Profits einstreichen können. Kohleproduzenten könnten auf 560 Millionen australische Dollar kommen und Unternehmen, die ohne Kohle Strom produzieren, auf bis zu 230 Millionen australische Dollar.
Wie hoch die Kosten und Sparmöglichkeiten für die australischen Unternehmen tatsächlich ausfallen werden hängt laut RepuTex vom Timing und Ausmaß des von der EU-Kommission geplanten Set-aside ab. Wichtig sei auch, ob die dem Markt entzogenen ertifikate zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Umlauf gebracht werden und wann. Je größer und endgültiger das Set-aside ausfalle, desto größer sei die Auswirkung der australischen Nachfrage nach EUAs in den Jahren nach 2015. Die Analysten erwarten, dass im Falle eines kurzfristigen Set-aside die Zertifikate 2018 in den Markt zurückgegeben werden. Sollte es erst 2020 zu diesem Schritt kommen, dürfte sich CO2 verteuern. Dann müssen die Australier unter Umständen tiefer in die Tasche greifen als beim Mindestpreisszenario. (DJ/sir)

