Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Politik » EU
Seite empfehlen

UN-Klimaverhandlungen: EU kämpft um Macht (16.01.2010)

Sevilla - Vor dem UN-Klimagipfel in Mexiko kämpft Europa um mehr Macht auf der Weltbühne. Bei einem Treffen im andalusischen Sevilla diskutierten die EU-Umweltminister am Samstag über entsprechende Strategien.

Flagge EU Quelle: pixelio Autor: momosuDa Europa «kein machtpolitischer Riese» sei, müssten «taktische Allianzen» geschmiedet werden, forderte Deutschlands Ressortchef Norbert Röttgen. «Wir müssen über das Selbstverständnis Europas reden nach Kopenhagen, wo Europa ja nicht die Rolle gespielt hat, die genug war, um zum Erfolg beizutragen.»

Sein französischer Amtskollege Jean-Louis Borloo brachte eine Kohlendioxid (CO2)-Steuer an Europas Außengrenzen ins Gespräch. Europa hofft auf den Abschluss eines rechtlich verbindlichen Abkommens im Dezember in Mexiko, nachdem vor allem die USA und China beim Klimagipfel in Kopenhagen auf Blockadekurs gegangen waren. Mexiko gilt als letzte Chance für ein globales Abkommen im Kampf gegen die Erderwärmung, da 2013 die erste Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls ausläuft.

Europa will keine zweite Verpflichtungsphase eingehen, da die USA und die Schwellenländer beim Kyoto-Protokoll nicht mitmachen. Röttgen forderte, nach der Enttäuschung den Blick nach vorne zu richten. «Wir wollen wieder eine strategische Antriebskraft sein und dazu auch neue Ansätze suchen», sagte er. Als Beispiel nannte Röttgen Kooperationen etwa in der Technologie, im Waldschutz oder auch bei der Finanzierung. Mit Blick auf die Klimaziele hätten sich die USA in Kopenhagen geweigert, «auch nur annähernd an Europa heranzukommen». China habe sich «als Verhinderungsmacht» geriert, um Zeit zu bekommen und dann «auf dem Weltmarkt andere herauszufordern». «Eben dies dürfen wir nicht mitmachen.»

Der Chef des Umweltausschusses im Europaparlament, Jo Leinen, forderte eine Klimaschutzdiplomatie der EU. «Wir können genügend Partner finden für einen Deal», sagte er. Zwar dürfe man jetzt trotzdem nicht die UN verlassen. «Das (ist das) einzige weltweite Gremium, das alle Länder umfasst», sagte er. «Auf der anderen Seite können wir uns auch nicht blockieren lassen von einer Hand voll Ländern», forderte er mit Blick auf Staaten wie den Sudan, die in der letzten Nacht in Kopenhagen erreicht hatten, dass ein zuvor von den USA und den großen Schwellenländern ausgehandelter Minimal-Kompromiss nicht beschlossen, sondern lediglich «zur Kenntnis» genommen wurde.

Teil des Kompromisses ist, dass jedes Land bis zum 31. Januar bei den Vereinten Nationen sein CO2-Reduktionsziel hinterlegt. Dies soll als Grundlage für den weiteren globalen Prozess dienen. Da die EU als ein Verhandlungsteilnehmer auftritt, soll am 31. Januar eigentlich ein einheitliches EU-Ziel hinterlegt werden. Bei den Beratungen in Sevilla zeichnete sich in dieser Frage aber Streit ab.

Das bislang beschlossene Ziel sieht eine Verringerung um 20 Prozent bis 2020 und die Erhöhung auf 30 Prozent vor, wenn andere Industrieländer im Rahmen eines verbindlichen Weltklimaabkommens vergleichbare Zugeständnisse machen. So hätten sich Polen und Italien dafür ausgesprochen, nur die 20 Prozent zu erwähnen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Großbritannien und die Niederlande wiederum hätten gefordert, gleich auf 30 Prozent zu gehen. Das Thema sollen die Botschafter der EU-Staaten am 20. Januar in Brüssel klären. «Wir müssen bis zum Maximum gehen, aber nicht Europa an dieser Frage auseinanderbrechen lassen», beschwichtigte Borloo.

Sollte es die Erhöhung auf 30 Prozent geben, ohne ähnliche Anstrengungen anderer Weltregionen, sei es nicht verboten, zum Schutz der europäischen Industrie Maßnahmen wie Klimazölle zu prüfen. In einer vorläufigen Analyse des Kopenhagener Gipfels fordert die EU-Kommission, die EU müsse Lehren ziehen und die neuen Möglichkeiten nutzen, die das Staatenbündnis in internationalen Verhandlungen durch den neuen EU-Grundlagenvertrag von Lissabon hat. Dieser hat Europa erstmals einen eigenen diplomatischen Dienst sowie einen ständigen EU-Ratspräsidenten verschafft.


Quelle: dpa


Aktuelle Markdaten und Börsenkurse

Climate Change News by Climate Ark

12.03.2010

Klimaschonender in den Urlaub reisen

Purdue University: Maisethanol ist kein Klimaschützer

WHO-Konferenz endet in Parma: gesundheitliche Folgen des Klimawandels bekämpfen

10.-12.05.10: Berliner Energietage

Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70

Bank warnt vor ‚CER Recycling’ der ungarischen Regierung

Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen

Siemens baut in Italien Solaranlagen

Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung

Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs

11.03.2010

MEPs back fresh EU money to develop low-carbon technologies

Car safety: European Commission welcomes international agreement on electric and hybrid cars

Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller

EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen

Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011

Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament

NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele

Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium

10.03.2010

Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger

Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht

Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch

Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen

PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen

KWK-Hersteller 2G Bio-Energietechnik AG hat 2009 Umsatz verdoppelt

DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'

EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen

09.03.2010

EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal

Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven

Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen

Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?

Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren

Muscheln als Klima-Lexikon

EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen

Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz

08.03.2010

Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen

Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz

EUA-Newsl KW 09/2010

Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef

Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie

BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien

Greenmarket: Trading Large Hydro-CERs on carbon exchanges

dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher

Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos

06.03.2010

Merkel will sich bei Atomlaufzeiten nicht festlegen

Ruhrgebiet plant Ökostadt für 50 000 Menschen

05.03.2010

Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung

Töpfer wird Desertec-Berater

EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte

Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich

Klimaschutz: Treibhausgasemissionen im Jahr 2009 um 8,4 Prozent gesunken

Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz

EEX Handelsergebnisse für CO2-Emissionsrechte im Februar

Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund