Da Europa «kein machtpolitischer Riese» sei, müssten «taktische Allianzen» geschmiedet werden, forderte Deutschlands Ressortchef Norbert Röttgen. «Wir müssen über das Selbstverständnis Europas reden nach Kopenhagen, wo Europa ja nicht die Rolle gespielt hat, die genug war, um zum Erfolg beizutragen.»
Sein französischer Amtskollege Jean-Louis Borloo brachte eine Kohlendioxid (CO2)-Steuer an Europas Außengrenzen ins Gespräch. Europa hofft auf den Abschluss eines rechtlich verbindlichen Abkommens im Dezember in Mexiko, nachdem vor allem die USA und China beim Klimagipfel in Kopenhagen auf Blockadekurs gegangen waren. Mexiko gilt als letzte Chance für ein globales Abkommen im Kampf gegen die Erderwärmung, da 2013 die erste Verpflichtungsphase des Kyoto-Protokolls ausläuft.
Europa will keine zweite Verpflichtungsphase eingehen, da die USA und die Schwellenländer beim Kyoto-Protokoll nicht mitmachen. Röttgen forderte, nach der Enttäuschung den Blick nach vorne zu richten. «Wir wollen wieder eine strategische Antriebskraft sein und dazu auch neue Ansätze suchen», sagte er. Als Beispiel nannte Röttgen Kooperationen etwa in der Technologie, im Waldschutz oder auch bei der Finanzierung. Mit Blick auf die Klimaziele hätten sich die USA in Kopenhagen geweigert, «auch nur annähernd an Europa heranzukommen». China habe sich «als Verhinderungsmacht» geriert, um Zeit zu bekommen und dann «auf dem Weltmarkt andere herauszufordern». «Eben dies dürfen wir nicht mitmachen.»
Der Chef des Umweltausschusses im Europaparlament, Jo Leinen, forderte eine Klimaschutzdiplomatie der EU. «Wir können genügend Partner finden für einen Deal», sagte er. Zwar dürfe man jetzt trotzdem nicht die UN verlassen. «Das (ist das) einzige weltweite Gremium, das alle Länder umfasst», sagte er. «Auf der anderen Seite können wir uns auch nicht blockieren lassen von einer Hand voll Ländern», forderte er mit Blick auf Staaten wie den Sudan, die in der letzten Nacht in Kopenhagen erreicht hatten, dass ein zuvor von den USA und den großen Schwellenländern ausgehandelter Minimal-Kompromiss nicht beschlossen, sondern lediglich «zur Kenntnis» genommen wurde.
Teil des Kompromisses ist, dass jedes Land bis zum 31. Januar bei den Vereinten Nationen sein CO2-Reduktionsziel hinterlegt. Dies soll als Grundlage für den weiteren globalen Prozess dienen. Da die EU als ein Verhandlungsteilnehmer auftritt, soll am 31. Januar eigentlich ein einheitliches EU-Ziel hinterlegt werden. Bei den Beratungen in Sevilla zeichnete sich in dieser Frage aber Streit ab.
Das bislang beschlossene Ziel sieht eine Verringerung um 20 Prozent bis 2020 und die Erhöhung auf 30 Prozent vor, wenn andere Industrieländer im Rahmen eines verbindlichen Weltklimaabkommens vergleichbare Zugeständnisse machen. So hätten sich Polen und Italien dafür ausgesprochen, nur die 20 Prozent zu erwähnen, hieß es aus Verhandlungskreisen. Großbritannien und die Niederlande wiederum hätten gefordert, gleich auf 30 Prozent zu gehen. Das Thema sollen die Botschafter der EU-Staaten am 20. Januar in Brüssel klären. «Wir müssen bis zum Maximum gehen, aber nicht Europa an dieser Frage auseinanderbrechen lassen», beschwichtigte Borloo.
Sollte es die Erhöhung auf 30 Prozent geben, ohne ähnliche Anstrengungen anderer Weltregionen, sei es nicht verboten, zum Schutz der europäischen Industrie Maßnahmen wie Klimazölle zu prüfen. In einer vorläufigen Analyse des Kopenhagener Gipfels fordert die EU-Kommission, die EU müsse Lehren ziehen und die neuen Möglichkeiten nutzen, die das Staatenbündnis in internationalen Verhandlungen durch den neuen EU-Grundlagenvertrag von Lissabon hat. Dieser hat Europa erstmals einen eigenen diplomatischen Dienst sowie einen ständigen EU-Ratspräsidenten verschafft.
12.03.2010
Klimaschonender in den Urlaub reisen
Purdue University: Maisethanol ist kein Klimaschützer
WHO-Konferenz endet in Parma: gesundheitliche Folgen des Klimawandels bekämpfen
10.-12.05.10: Berliner Energietage
Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70
Bank warnt vor ‚CER Recycling’ der ungarischen Regierung
Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen
Siemens baut in Italien Solaranlagen
Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung
Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs
11.03.2010
MEPs back fresh EU money to develop low-carbon technologies
Car safety: European Commission welcomes international agreement on electric and hybrid cars
Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller
EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen
Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011
Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament
NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele
Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium
10.03.2010
Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger
Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht
Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch
Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen
PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen
KWK-Hersteller 2G Bio-Energietechnik AG hat 2009 Umsatz verdoppelt
DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'
EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen
09.03.2010
EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal
Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven
Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen
Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?
Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren
EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen
Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz
08.03.2010
Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen
Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz
Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef
Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie
BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien
Greenmarket: Trading Large Hydro-CERs on carbon exchanges
dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher
Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos
06.03.2010
Merkel will sich bei Atomlaufzeiten nicht festlegen
Ruhrgebiet plant Ökostadt für 50 000 Menschen
05.03.2010
Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung
EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte
Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich
Klimaschutz: Treibhausgasemissionen im Jahr 2009 um 8,4 Prozent gesunken
Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz
EEX Handelsergebnisse für CO2-Emissionsrechte im Februar
Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund