Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Politik » EU
Seite empfehlen

Kopenhagener Klimavereinbarung : Europäische Union notifiziert Reduktionsziele der EU (29.01.2010)

Die Europäische Union hat am 28.01.2010 ihr Engagement für die Kopenhagener Klimavereinbarung offiziell bestätigt und ihre Emissionsreduktionsziele notifiziert. In einem gemeinsamen Schreiben des spanischen Ratsvorsitzes und der Europäische Kommission wurde offiziell bekannt gegeben, dass die EU bereit sei, ihren Verpflichtungen aus der Vereinbarung nachzukommen, und benannte informationshalber die für die EU verbindlichen THG-Reduktionsziele für 2020. Die EU wird ihre Gesamtemissionen einseitig auf 20 % unter dem Wert von 1990 reduzieren, und stellt eine noch stärkere Reduzierung um 30 % in Aussicht, sofern andere Großemittenten zustimmen, ihren Teil dieser globalen Aufgabe zu übernehmen. Nach der Vereinbarung sollen die Reduktionsziele bis 31. Januar 2010 notifiziert werden.

Kommissionspräsident Barroso Bild: EUHierzu erklärte Kommissionspräsident José Manuel Barroso: „Die EU ist entschlossen, die Kopenhagener Vereinbarung so schnell wie möglich umzusetzen und den Weg für das Klimaübereinkommen zu bereiten, das wir brauchen, um die Erderwärmung unter 2°C zu halten. Die Vereinbarung ist Grundlage für dieses künftige Übereinkommen, und ich fordere daher alle Staaten auf, sich zu der Vereinbarung zu bekennen, dem Beispiel der EU zu folgen und ambitiöse Emissionsziele bzw. Maßnahmen zu notifizieren.”

Europas Umweltkommissar Stavros Dimas: „Es muss schnell gehandelt werden, damit die Kernpunkte der Vereinbarung wie die Schnellstartfinanzierung zugunsten von Entwicklungsländern, die Bekämpfung der Entwaldung und die Entwicklung und der Transfer von kohlenstoffarmen Technologien in die Praxis umgesetzt werden können.”

Die Vereinbarung von Kopenhagen

Die Vereinbarung von Kopenhagen war das wichtigste Ergebnis der UN-Klimakonferenz vom 7.-19. Dezember 2009 in Kopenhagen. Das 2 ½ -seitige Dokument wurde am letzten Konferenztag von den Staats- und Regierungschefs von 28 Industrie- und Entwicklungsländern und der Europäischen Kommission ausgehandelt. Diese Staaten sind für über 80 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Vereinbarung wurde anschließend von der Konferenz zur Kenntnis genommen. Das Sekretariat der UN-Klimarahmenkonvention forderte die Parteien auf, bis 31. Januar offiziell mitzuteilen, ob sie sich zur Kopenhagener Vereinbarung bekennen. Nach der Vereinbarung müssen Industrieländer ihre Emissionsreduktionsziele und Entwicklungsländer ihre Klimaschutzmaßnahmen bis zum selben Termin mitteilen.

Die Notifizierung der EU

In dem Schreiben der Kommission und des Ratsvorsitzes bekräftigt die EU erneut ihre Verhandlungsbereitschaft, um das strategische Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C über dem vorindustriellen Wert zu erreichen. Die Kopenhagener Vereinbarung stützt sich auf den wissenschaftlichen Standpunkt, wonach die Erderwärmung 2°C nicht überschreiten darf, wenn gefährliche Klimaveränderungen vermieden werden sollen, sieht jedoch keine globalen Emissionsreduktionsziele zur Einhaltung dieses Grenzwertes vor.

In dem Schreiben bekräftigt die EU ihren Standpunkt, dass das 2°C-Ziel nur garantiert werden kann, wenn die globalen Emissionen bis spätestens 2020 ihren Höhepunkt erreichen, bis 2050 auf mindestens 50 % unterhalb des Stands von 1990 reduziert werden und danach weiter zurückgehen. Um dies zu erreichen, sollte die Gruppe der Industrienationen, auch in Einklang mit den Ergebnissen des Weltklimarates ( UN Intergovernmental Panel on Climate Change , IPCC), ihre Emissionen bis 2020 um 25-40% auf Werte unterhalb des Stands von 1990 reduzieren, und Entwicklungsländer sollten eine spürbare Verringerung ihres derzeit prognostizierten Emissionswachstums (15-30% bis 2020) erzielen.

Das Schreiben bezeugt die feste Entschlossenheit der EU und ihrer Mitgliedstaaten, weiter zu verhandeln, um innerhalb des UN-Rahmens so bald wie möglich ein rechtsverbindliches internationales Übereinkommen für die Zeit nach dem 1. Januar 2013, wenn der erste Verpflichtungszeitraum nach dem Kyoto-Protokoll abläuft, zu vereinbaren.

Emissionsziele der EU

Nach dem Schreiben verpflichtet sich die EU zu einem unabhängigen wirtschaftsweiten Emissionsreduktionsziel bis 2020 von 20 % gemessen am Stand von 1990, das unter den vom Europäischen Rat festgelegten Bedingungen auf 30 % angehoben werden könnte. Diese Bedingungen lauten, dass sich als Teil eines globalen und umfassenden Übereinkommens für die Zeit nach 2012 andere Industrienationen zu vergleichbaren Reduktionen verpflichten und Entwicklungsländer entsprechend ihren Verantwortlichkeiten und jeweiligen Fähigkeiten einen angemessenen Beitrag leisten.

Die nächsten Schritte

Die Staats- und Regierungschefs werden die Lage post Kopenhagen auf der informellen Tagung des Europäischen Rates am 11. Februar prüfen.

Die nächste zweiwöchige UN-Verhandlungsrunde findet im Mai/Juni statt.


Quelle: Europa.eu


Aktuelle Markdaten und Börsenkurse

Climate Change News by Climate Ark

12.03.2010

Bank warnt vor ‚CER Recycling’ der ungarischen Regierung

Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen

10.-12.05.10: Berliner Energietage

Siemens baut in Italien Solaranlagen

Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung

Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs

11.03.2010

MEPs back fresh EU money to develop low-carbon technologies

Car safety: European Commission welcomes international agreement on electric and hybrid cars

Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller

EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen

Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011

Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament

NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele

Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium

10.03.2010

Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger

Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht

Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch

Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen

PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen

KWK-Hersteller 2G Bio-Energietechnik AG hat 2009 Umsatz verdoppelt

DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'

EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen

09.03.2010

EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal

Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven

Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen

Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?

Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren

Muscheln als Klima-Lexikon

EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen

Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz

08.03.2010

Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen

Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz

EUA-Newsl KW 09/2010

Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef

Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie

BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien

Greenmarket: Trading Large Hydro-CERs on carbon exchanges

dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher

Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos

06.03.2010

Merkel will sich bei Atomlaufzeiten nicht festlegen

Ruhrgebiet plant Ökostadt für 50 000 Menschen

05.03.2010

Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung

Töpfer wird Desertec-Berater

EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte

Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich

Klimaschutz: Treibhausgasemissionen im Jahr 2009 um 8,4 Prozent gesunken

Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz

EEX Handelsergebnisse für CO2-Emissionsrechte im Februar

Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund