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VCÖ warnt vor Schildbürgerstreich in EU: Mehr CO2-Emissionen durch hohen Elektroauto-Anteil (10.02.2010)

Die aktuelle Gesetzeslage in der EU kann dazu führen, dass mehr Elektroautos höhere CO2-Emissionen bedeuten, warnt der Verkehrsclub Österreich VCÖ. Eine aktuelle Studie des renommierten Forschungsinstituts CE Delft zeigt: Haben Elektroautos in der EU einen Verkaufsanteil von zehn Prozent, kann dies zu einem 20-prozentigen Anstieg der CO2-Emissionen der Autoflotte führen.

VCÖDerzeit gibt es keine Vorgaben zur Nutzung von erneuerbarer Energie für Elektrofahrzeuge, Autoherstellern wird durch den Verkauf von Elektroautos zudem ein Bonus für den Verkauf von Pkw mit hohen CO2-Emissionen gewährt. Der VCÖ fordert Nachhaltigkeitskriterien für Elektroautos in der EU.

Elektroautos werden als eine Lösung im Kampf gegen den Klimawandel forciert. Der VCÖ warnt, dass die aktuelle Gesetzeslage in der EU das Gegenteil bewirken kann: Mehr Elektroautos können zu höheren CO2-Emissionen führen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag von Transport & Environment (T&E), dem europäischen Dachverband des VCÖ, durchgeführt wurde. Sind etwa zehn Prozent der verkauften Autos in der EU Elektrofahrzeuge, könnte dies zu einem 20-prozentigem Anstieg des Ölverbrauchs und der CO2-Emissionen innerhalb des Pkw-Sektors führen. „Ein Grund dafür liegt in der aktuellen Gesetzeslage, nach der sich Autohersteller mit Elektroautos eine Art Bonus für den Verkauf von Pkw mit hohen Emissionen erkaufen können“, erläutert VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Die EU schreibt Autoherstellern einen CO2-Grenzwert für die Neuwagenflotte vor. Für jedes verkaufte Elektroauto darf ein Autohersteller derzeit dreieinhalb andere Pkw mit hohen CO2-Emissionen verkaufen – ohne dass dadurch die CO2-Vorgaben für den Flottendurchschnitt des Herstellers belastet werden. „Mit dieser Regelung wird das Ziel einer emissionsärmeren Pkw-Flotte ad absurdum geführt. Der Einsatz für nachhaltige Ziele und Regelungen – und zwar ohne neue Schlupflöcher für die Autoindustrie – ist jetzt entscheidend“, so VCÖ-Expertin Rasmussen.

Zudem fehlen derzeit Vorgaben, aus welcher Quelle der Strom für Elektroautos kommen soll, macht der VCÖ aufmerksam. Kommt der Strom für Elektroautos etwa aus einem Kohlekraftwerk, ist die CO2-Bilanz ähnlich schlecht wie die von Pkw, die mit Benzin oder Diesel fahren. Nur wenn sichergestellt wird, dass der Strom für Elektrofahrzeuge aus erneuerbaren Energien kommt, sind Elektrofahrzeuge emissionsfrei und tragen zum Klimaschutz bei, betont der VCÖ.

Der VCÖ fordert strengere CO2-Grenzwerte für Pkw auf EU-Ebene, die Aufhebung des Bonus für Elektroautos und spricht sich für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energie in Österreich aus.

Die gesamte Studie „Green Power for Electric Cars“ kann beim VCÖ unter (01)8932697 angefordert werden.



Quelle: VCÖ


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