Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Politik » EU
Seite empfehlen

Gemeinsame Netze: erster Schritt auf dem Weg zur Energie-Gemeinschaft (10.06.2010)

Parlamentspräsident Buzek Bild: EUDie weltweite Energieversorgung steht vor grundlegenden Umwälzungen und Europa sollte angemessen reagieren können. Wenn die Staatengemeinschaft die energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft meistern will, sollte es sich enger zusammenschließen, da sind sich Parlamentarier und Experten einig. EU-Parlamentspräsident Buzek plädiert daher für eine "echte" Europäische Energiegemeinschaft.

Bei einem Treffen von über 250 Parlamentariern wurde als konkreter und notwendiger Schritt die Integration der Versorgungsnetze genannt. Ein gemeinsames Netz sei auch für den Ausbau der erneuerbaren Energie notwendig, unterstrichen Experten und Parlamentarier.

Das spanische Parlament und das Europaparlament hatten Energieexperten unter den Europa-Abgeordneten und aus den nationalen Parlament nach Brüssel geladen, um u.a. das gemeinsame Plädoyer des ehemaligen Kommissionspräsidenten Jacques Delors und von Europaparlamentspräsident Jerzy Buzek für eine Europäische Energie-Gemeinschaft und die konkreten Schritte dahin zu diskutieren. Die Erklärung der beiden Europapolitiker spricht sich u.a. für gemeinsame Netze, Preisstabilisierungsmechanismen, Diversifizierung und gemeinschaftliche Ressourcenverwaltung aus.

Neue Industrielle Revolution?

Für Marc Van der Woude, Professor für Wettbewerbsrecht an der Erasmus-Universität Rotterdam, zeichnet sich ab, dass es zu einer neuen industriellen Revolution kommen wird und dass die Energie-Branche im Mittelpunkt dieser Umwälzungen stehen wird.

Woude sprach davon, dass die EU allerdings in den letzten Jahrzehnten bei der energiepolitischen Zusammenarbeit (im Vergleich zu den Anfängen mit der Montanunion) eher Rückschritte als Fortschritte gemacht habe. Er empfahl die Zusammenarbeit pragmatisch voranzutreiben und möglicherweise auch mit einer kleineren Gruppe von Staaten zu beginnen, wie es etwa beim Schengen-Abkommen über den Abbau der Binnengrenzen der Fall gewesen war.

Gemeinsames Netz für Wettbewerb und erneuerbare Energien notwendig

Für den Europarechtler Leigh Hancher (Universität Tillburg) ist ein kompatibles, zusammenhängendes Versorgungsnetz Voraussetzung für einen gemeinsamen Energiemarkt mit echtem Wettbewerb.

Die Notwendigkeit, ein gesamteuropäisches Netz für Strom und andere Energieträger aufzubauen, wurde auch als Ergebnis der Arbeitsgruppen unterstrichen. Das gemeinsame Netz erlaube nicht nur den Wettbewerb der Anbieter, sondern es sei auch Voraussetzung für den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonnenenergie betonte beispielsweise der polnische Abgeordnete Jacek Saryusz-Wolski – ein gemeinsames Netz könnte regionale Fluktuationen (des Aufkommens von Wind und Sonne) besser auffangen als nationale Stromnetze.

Wenn der Wind in Schweden nicht weht

Hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang auch auf die im Lissabon-Vertrag verankerte Solidarität in Sachen Energieversorgung. "Wir brauchen Solidarität, wenn der Wind in Schweden nicht weht, würde Spanien seine Sonnenenergie teilen", hofft der schwedische Grüne Per Bolund.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia empfahl gleichwohl, die regionale Zusammenarbeit bei der Energieversorgung voranzutreiben. Dies sei "sehr wichtig", da "eine Energiegemeinschaft nicht in einem Tag geschaffen werden kann". Als konkreten ersten Schritt empfahl der litauische Sozialdemokrat Zigmantas Balčytis auch den gemeinschaftlichen Einkauf von Erdgas.

Quelle: Europäisches Parlament REF : 20100607STO75585

Lesen Sie auch: Europaparlament debattiert über Europäische Energie-Gemeinschaft (hier)

 


 



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


10.02.2012

Tschechien hadert mit Ökostrom-Welle aus Deutschland

Kanadisches Unternehmen sucht in deutschen Meeresschutzgebieten nach Öl

Zukunftsthema 'Urbanisierung' forcieren: Messe 'Urbantec' im Jahresturnus

»Grünes« Energie-Management für Europas Häfen

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette in Autoindustrie steigern

Deutschland hilft beim Klimaschutz in Westafrika

Sind Kaltwasserkorallen Anpassungskünstler an den Klimawandel?

09.02.2012

'Ausgezeichnete' Klimaanpassung

«AKW-Dinosaurier» Fessenheim bleibt in Betrieb

Großinvestoren zwingen Unternehmen zur Offenlegung von Klimarisiken

Welches Marktdesign braucht die Energiewende?

Energiebranche fürchtet herben Rückschlag bei Energiewende

Gletscher und Eiskappen schmelzen weniger stark als vermutet

Kurth: Versorgungssicherheit mit Strom garantiert - schneller Netzausbau dringend

Umwelthilfe: versprochene Bürgerbeteiligung des Innenministeriums unzureichend

08.02.2012

Strategie soll den Wald für die Zukunft fit machen

Paket zur Gebäudesanierung droht zusammenzuschmelzen - Keine Einigung

Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten bei der Jagd tiefer tauchen

Klimastudien sagen kältere Winter in Europa voraus

Durchbruch beim Abfallgesetz - Entsorgungswirtschaft will klagen

Frankreich braucht «Stromhilfe» aus Deutschland

DIW-Studie: CCS-Technologie ist für die Energiewende gestorben

07.02.2012

Deutschland bleibt auch bei dieser Kälte Stromexporteur - dank Ökostrom

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik in Malaysia

Verbandsrecherche: 87 Prozent der Energieversorger bieten Energieberatung

Löscher: Siemens wird Gewinner der Energiewende sein

EEX führt CO2-Produkte für Luftfahrtindustrie ein

Klimafolgen besser abschätzen: Forscher vergleichen Simulationen aus aller Welt

Baden-Württemberg bringt Klimaschutzgesetz auf den Weg

06.02.2012

Fällt Klimakatastrophe aus? - Vahrenholt stellt Buch vor

Nordseesturmfluten im Klimawandel

China boykottiert Klimaabgabe für seine Airlines - EU bleibt hart

EEX Handelsergebnisse für Emissionsberechtigungen im Januar

Ökoenergie-Ausbau ersetzt Brennstoffimporte in Milliardenhöhe

Stromnetze trotzen Kälte - Leitungen stabil

05.02.2012

Greenpeace-Chef zum Klimawandel: Die Zeit läuft uns davon