Am 10. Juni sollen die Bürger über die Frage abstimmen, ob “in Gryfino ein Atomkraftwerk mit der damit zusammenhängenden, kompletten Infrastruktur angesiedelt” werden soll.
Dass es in dem Städtchen unmittelbar an der Grenze zu Deutschland zum Bau eines Atomkraftwerks kommen wird, kann allerdings auch nach einem “Ja” der Bürgerschaft als ausgeschlossen gelten. Die Warschauer Regierung und der federführende Energiekonzern PGE haben sich bereits auf drei mögliche Standorte für den polnischen AKW-Bau, sämtlichst in Ostsee-Nähe, geeinigt.
Ob und in welcher Weise das Referendum helfen wird, den unmittelbar an Gryfino angrenzenden Kraftwerks-Standort Nowy Czarnowo zu sichern, bleibt abzuwarten. Der betreibende Energiekonzern PGE will im Laufe von 18 Jahren alle 7 Blöcke des Kohlekraftwerks stilllegen, 4 offenbar relativ kurzfristig. Aus der Wojewodschaftsverwaltung wird zwar versichert, dass man sich mit PGE einig sei, zumindest zwei neue Blöcke auf der Basis von Gas als Energieträger zu errichten. Einen grossen Teil der z. Zt. ca. 1500 Kraftwerks-Arbeitsplätze wird man aber damit nicht sichern können.

