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Merkel will sich bei Atomlaufzeiten nicht festlegen (06.03.2010)

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich im Gegensatz zu Umweltminister Norbert Röttgen (beide CDU) derzeit nicht auf einen möglichen Endzeitpunkt für die Atomenergie festlegen.

Nach Berechnungen des Energiebedarfs für die Zeit bis etwa 2050 könne man im Herbst dieses Jahres über den künftigen Mix der verschiedenen Energieträger entscheiden. Dabei gehe es auch um das Festhalten an der Kernenergie als Brückentechnologie und die Laufzeiten- Verlängerungen für die Atommeiler, sagte Merkel in einem Interview von «Frankfurter Rundschau» und «Kölner Stadt-Anzeiger» (Samstag). «Wo diese Brücke endet, hängt von drei Faktoren ab: Das sind Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Klimaschutz und Umweltverträglichkeit», sagte Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpaUmweltminister Röttgen tritt wie im Koalitionsvertrag vereinbart für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke aus, hält es aber für denkbar, dass die Kernkraft 2030 von Öko-Energien abgelöst werden kann. Die Kanzlerin plädierte zugleich für neue Kohlekraftwerke. «Es wäre doch unsinnig, wenn wir am Ende Strom aus alten ausländischen Kohlekraftwerken kauften und im eigenen Land keine neuen mit einer hocheffizienten Technologie bauen könnten, für die wir in der ganzen Welt bekannt sind. Darin bin ich mir mit Norbert Röttgen einig», sagte Merkel.

Auf die Frage, ob die Kernenergie ein Gewinnerthema sei, wollte sich die Kanzlerin nicht einlassen. Das könne man nicht nach Umfragen ermessen. «Wenn es um ein sogenanntes Gewinnerthema ginge, dürfte ich mich zum Beispiel keine Sekunde mit der Wirtschafts- und Finanzkrise befassen. Die hält bestimmt keine erfreulichen Botschaften bereit.»


Quelle: dpa



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