Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Politik » Deutschland
Seite empfehlen

CSU setzt noch langfristig auf Atomkraft (18.04.2010)

Kreuth - Die CSU fährt in der Energiepolitik künftig zweigleisig mit Atomkraft und erneuerbaren Energien. Ein am Wochenende bei einer Vorstandsklausur in Wildbad Kreuth beschlossenes Energiekonzept sieht eine Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten um Jahrzehnte vor.

Nach einem parteiinternen Krach über die genaue Dauer wird aber kein konkreter Zeitraum genannt. Die Laufzeit- Verlängerung soll gleichzeitig eine «Öko-Dividende» bringen und erneuerbare Energien fördern, indem die Gewinne der Stromkonzerne zum Teil in die Forschung investiert werden.

AKW Quelle: pixelio Autor: vinatDer Anteil der erneuerbaren Energien an der bayerischen Stromerzeugung soll nach dem Willen der CSU bis 2030 von derzeit 25 auf über 40 Prozent steigen. Ziel ist ein weitgehend CO2-freier «Energiemix» aus Kernkraft und alternativen Energien. Aussteigen will die CSU aus der Kohle, fördern will sie Elektroautos. Im Jahr 2020 sollen bereits 200 000 davon auf Bayerns Straßen fahren. Der CO2- Ausstoß pro Kopf im Freistaat soll von derzeit über sechs auf unter fünf Tonnen pro Jahr fallen.

Mit ihrem Papier will die CSU in Vorlage für die schwarz-gelbe Bundesregierung in Berlin gehen, die in diesem Jahr über die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken verhandeln wird. «Wir haben jetzt sehr ehrgeizige Klimaziele. Ein Anteil von 40 Prozent regenerativer Energien ist ein wichtiges Signal», sagte Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) am Sonntag. Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hatte vor der Kreuther Tagung von 20 Jahren Laufzeitverlängerung für die bestehenden Atomkraftwerke gesprochen - zum Ärger des Umweltpolitikers Josef Göppel, von Parteichef Horst Seehofer und Generalsekretär Alexander Dobrindt. «Wir können nicht Jahreszahlen mit der ersten Priorität sehen, sondern die Sicherheit muss erste Priorität sein», sagte Seehofer dazu in Kreuth.

Neue Atomkraftwerke will die CSU nicht bauen lassen, da die Atomkraft «Brückentechnologie» bleiben soll. «Jede Brücke hat einen Anfang und ein Ende», meinte dazu CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. In dem Konzept ist zwar kein expliziter Zeitraum für die Laufzeitverlängerung mehr festgelegt, doch geht daraus hervor, dass zur Erreichung der Klimaziele 2030 die Atomkraft nach CSU- Einschätzung bis dahin unverzichtbar ist.

Derzeit macht die Atomkraft gut zwei Drittel der bayerischen Stromversorgung aus. Nach dem Atomausstiegs-Programm der früheren rot-grünen Bundesregierung müsste Isar I bei Landshut als erster Meiler im Freistaat bereits 2011 vom Netz gehen. Ob es dabei bleibt, ist offen. Denn eine pauschale Zusage an die Stromkonzerne zur Laufzeitverlängerung sämtlicher Atomkraftwerke soll es aus CSU-Sicht nicht geben.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sylvia Kotting-Uhl, warf der CSU Unglaubwürdigkeit vor: «Das Ziel der CSU ist eine völlige Milchmädchenrechnung. 40 Prozent Regenerativstrom wird es nicht geben, wenn die Atomkraftwerke länger laufen. Ganz im Gegenteil, eine bessere Verhinderungsstrategie gibt es gar nicht.»

Nach einer neuen Forsa-Umfrage befürwortet fast die Hälfte der Bundesbürger längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. Einem «Focus»- Bericht zufolge sind demnach 44 Prozent der Bevölkerung dafür. 81 Prozent glauben, die Atomkraft sei noch eine Weile nötig, um das Land mit Energie versorgen zu können. Nur 15 Prozent der Deutschen sind der Auffassung, man könne künftig ohne Kernenergie auskommen.


Quelle: dpa



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


10.02.2012

Tschechien hadert mit Ökostrom-Welle aus Deutschland

Kanadisches Unternehmen sucht in deutschen Meeresschutzgebieten nach Öl

Zukunftsthema 'Urbanisierung' forcieren: Messe 'Urbantec' im Jahresturnus

»Grünes« Energie-Management für Europas Häfen

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette in Autoindustrie steigern

Deutschland hilft beim Klimaschutz in Westafrika

Sind Kaltwasserkorallen Anpassungskünstler an den Klimawandel?

09.02.2012

'Ausgezeichnete' Klimaanpassung

«AKW-Dinosaurier» Fessenheim bleibt in Betrieb

Großinvestoren zwingen Unternehmen zur Offenlegung von Klimarisiken

Welches Marktdesign braucht die Energiewende?

Energiebranche fürchtet herben Rückschlag bei Energiewende

Gletscher und Eiskappen schmelzen weniger stark als vermutet

Kurth: Versorgungssicherheit mit Strom garantiert - schneller Netzausbau dringend

Umwelthilfe: versprochene Bürgerbeteiligung des Innenministeriums unzureichend

08.02.2012

Strategie soll den Wald für die Zukunft fit machen

Paket zur Gebäudesanierung droht zusammenzuschmelzen - Keine Einigung

Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten bei der Jagd tiefer tauchen

Klimastudien sagen kältere Winter in Europa voraus

Durchbruch beim Abfallgesetz - Entsorgungswirtschaft will klagen

Frankreich braucht «Stromhilfe» aus Deutschland

DIW-Studie: CCS-Technologie ist für die Energiewende gestorben

07.02.2012

Deutschland bleibt auch bei dieser Kälte Stromexporteur - dank Ökostrom

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik in Malaysia

Verbandsrecherche: 87 Prozent der Energieversorger bieten Energieberatung

Löscher: Siemens wird Gewinner der Energiewende sein

EEX führt CO2-Produkte für Luftfahrtindustrie ein

Klimafolgen besser abschätzen: Forscher vergleichen Simulationen aus aller Welt

Baden-Württemberg bringt Klimaschutzgesetz auf den Weg

06.02.2012

Fällt Klimakatastrophe aus? - Vahrenholt stellt Buch vor

Nordseesturmfluten im Klimawandel

China boykottiert Klimaabgabe für seine Airlines - EU bleibt hart

EEX Handelsergebnisse für Emissionsberechtigungen im Januar

Ökoenergie-Ausbau ersetzt Brennstoffimporte in Milliardenhöhe

Stromnetze trotzen Kälte - Leitungen stabil

05.02.2012

Greenpeace-Chef zum Klimawandel: Die Zeit läuft uns davon