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Regierungsberater: raus aus Atom, Kohle und Öl in gesellschaftlichem Konsens (07.04.2011)

Berlin - Angesichts der Atomkatastrophe in Japan fordert ein führendes Beratergremium der Regierung einen «Gesellschaftsvertrag» zwischen Politik und Bürgern, um so rasch wie möglich eine grüne Energiewende zu schaffen.

Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) ist ein ehrgeiziger globaler Klimaschutz auch ohne Kernenergie möglich. Statt weiter stark auf Kohle und Öl zu setzen, müssten dafür die Öko-Energien sowie die Stromnetze rascher ausgebaut werden. Dies kann nach Meinung der Forscher nur gelingen, wenn die Bürger besser mitgenommen werden.

Hans-Joachim Schellnhuber Bild: WBGU«Wir sind der Meinung, dass es darum geht, für das 21. Jahrhundert einen neuen Gesellschaftsvertrag auszuhandeln», sagte der Vorsitzende Hans Joachim Schellnhuber bei der Vorstellung eines entsprechenden Gutachtens am Donnerstag in Berlin. Der Leiter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) betonte, Deutschland sei hier weiter als viele andere Staaten, was etwa die Debatte über eine schnellere Energiewende betreffe.

Mit Blick auf einen schnelleren Atomausstieg warnte Schellnhuber vor Schwarzmalerei. «Dann werden die Lichter nicht ausgehen.» Der Umstieg auf erneuerbare Energien berge riesige ökonomische Chancen. Er hoffe auf eine «Nachhaltigkeitsrevolution».

Der Co-Vorsitzende, Professor Dirk Messner, betonte, die Folgen eines Atomunfalls seien nicht zu versichern, zudem seien die langfristigen Umweltschäden durch die fossilen Energieträger wie Öl und Kohle viele Milliarden teurer als ein Umstieg auf Öko-Energien. Notwendig sei hier auch mehr Mut der Politik. «Wir plädieren deshalb für einen neuen Realismus.» Man brauche nach der Katastrophe von Fukushima einen weltweiten Diskurs über einen Umstieg. Messner: «Wir müssen die deutsche Debatte auf die internationale Ebene tragen.»

Quelle: dpa

Lesen Sie auch: WBGU-Gutachten 'Welt im Wandel': Energiewende ohne Atom notwendig und machbar (hier)

 

© Hans-Joachim Schellnhuber Bild: WBGU



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