«Mit den bisherigen Maßnahmen kann das Ziel nicht erreicht werden», sagte Hans-Joachim Ziesing der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch). Ziesing ist der von der Bundesregierung mit der Überwachung der Fortschritte bei der Energiewende beauftragte Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen.
Da im vergangenen Jahr die Emissionen - um Schwankungen der Temperatur und damit der Energienachfrage bereinigt - wieder gestiegen seien, habe sich die Bundesregierung von ihrem CO2-Ziel sogar «wieder etwas entfernt». Ziesing widersprach damit Angaben des Umweltbundesamtes, wonach sich die Minderung der CO2-Emissionen trotz sehr starker Konjunktur und des Atomausstiegs 2011 weiter fortgesetzt habe.
Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass die vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen zur Emissionsbilanz der BRD keinen Anlass böten, sich zurückzulehnen. Auch widersprach der Verband UBA-Chef Jochen Flasbarth, dass der Atomausstieg wohl keine negativen Auswirkungen auf die CO2-Bilanz Deutschlands gehabt habe.
Laut Ziesing ist es aber noch möglich, die Klimaschutz-Vorgaben zu erreichen. Dafür müsse das Tempo der Emissionsminderung in der Stromerzeugung sowie bei den großen Verbrauchern Industrie, Verkehr und Gebäude beträchtlich beschleunigt werden. Das setze voraus, dass die Nutzung regenerativer Energien erheblich gesteigert und Energie effizienter verwendet werde.

