"Die deutsche Wirtschaft hat insgesamt einen Weltmarktanteil von knapp zehn Prozent, bei klimaschonenden und energieeffizienten Technologien sind es sogar rund 15 Prozent. Und hier besteht zusätzliches Potenzial", betonte Keitel.
Die Industrie nehme fast die Hälfte des Stroms in Deutschland ab und könne und wolle wesentlichen Anteil an der Umsetzung der Energiewende leisten. Keitel warnte aber auch, dass der Erfolg sich an der technischen Machbarkeit und an den Rahmenbedingungen entscheide. Nur wenn das Umfeld stimme, würden Unternehmen ihre Ideen und ihr Kapital in die Energiewende investieren.
"Der BDI fordert ein intensives Monitoring des Verlaufs und ein professionelles Management des Projektes Energiewende", hob der BDI-Präsident hervor. "Die Energiewende gleicht einem Experiment, in dem sich zahlreiche Faktoren gegenseitig beeinflussen und das einen ungewissen Ausgang hat."
Bundesumweltminister Peter Altmaier begrüßte das Gesprächsangebot Keitels. "Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir miteinander reden, unsere Erkenntnisse zusammen tragen und gemeinsam handeln", sagte Altmaier.
Der Vorschlag sei geeignet, auf dem Weg zu einem nationalen Konsens ein wichtiges Stück voran zu kommen. „Allen Beteiligten muss klar sein, dass wir in einem Boot sitzen. Es geht jetzt darum, die Segel so zu setzen, dass die Energiewende richtig in Fahrt kommt“, betonte Altmaier.
Voraussetzung hierfür sei eine offene Bestandsaufnahme. "Nur wenn wir von realistischen Daten ausgehen, können wir zuverlässig abschätzen, was wir an welcher Stelle noch tun müssen. Das wiederum ist Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft in die Energiewende investiert", sagte der Bundesumweltminister.
Sein Ziel sei, bis zur Sommerpause eine derartige Bestandsaufnahme vorzunehmen und die noch in dieser Legislaturperiode umzusetzenden 10 Sofort-Maßnahmen bis zum Jahresende zu verabschieden. "Wir wollen einen nationalen Konsens zur Umsetzung der Energiewende. Ich bin davon überzeugt: wenn die Energiewende gelingt, dann wird sie zu einem echten Exportschlager für unsere Wirtschaft werden", so Altmaier.

