«Frau Merkel schützt in Brüssel die Interessen der deutschen Automobilindustrie und hat die Effizienzrichtlinie verwässert. Das ist doppelzüngig», sagte Latif. «Man kann sich international nicht als Musterschüler aufspielen und dann in Europa alles blockieren, wenn es darauf ankäme.»
Bei einer Klimakonferenz in Berlin hatte Merkel am Montag vor einer dramatischen Erderwärmung um bis zu vier Grad gewarnt, wenn sich die Welt nicht rasch auf verbindliche Klimaschutzzusagen einige.
Dass die Kanzlerin allerdings vor allem mit der Blockadehaltung von Bundeswirtschaftsminister Rösler nicht einverstanden ist, brachte sie gestrigen Montag, wenn auch wachsweich verpackt, zum Ausdruck. Bei dem Ringen um die EU-Richtlinie für mehr Energieeffizienz habe die Bundesregierung nicht immer eine glückliche Figur gemacht, sagte die CDU-Vorsitzende beim 3. Petersberger Klimadialog. Rösler hatte gegenüber der EU alles daran gesetzt, damit die Vereinbarungen im Ungefähren bleiben und keine verbindlichen Ziele festgesetzt werden.

