«Wir rechnen 2007 im Vergleich zum Vorjahr mit einem Anstieg von knapp einem Prozent», sagte die Klimaschutz-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, der «Berliner Zeitung» (Samstag).
Auch im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen geht man für 2007 von mehr Emissionen aus. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet vom EU-USA- Gipfel am Montag in Washington konkrete Fortschritte in der Klimapolitik. «Es ist kein Geheimnis, dass die USA und Europa dabei unterschiedliche Ansätze verfolgen. Doch beide stehen wir vor den gleichen Herausforderungen: Wie garantieren wir langfristig Energieversorgungssicherheit und bekämpfen den Klimawandel unter gleichzeitigem Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit», sagte Steinmeier in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Er kündigte an, dass die USA und die EU im Punkt Klimaschutz auf dem Gipfel «eine pragmatische Zusammenarbeit initiieren werden». Die Experten des DIW gehen davon aus, dass die Kohledioxid- Emissionen in diesem Jahr um etwas mehr als acht Millionen Tonnen auf 886 Millionen Tonnen zunehmen, wenn nicht genügend Klimaschutz betrieben werde. Hauptverantwortlich sei der zunehmende CO2-Ausstoß der Industrie. Das DIW legt seiner Berechnung ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent zu Grunde.
Der Regierungssachverständige Martin Jänicke sagte der «Berliner Zeitung»: «Ein Anstieg ist wahrscheinlicher als ein Rückgang.» Neben dem Wachstum sieht er vor allem die fortdauernde Stromgewinnung aus Kohle als Hauptgrund. Deswegen sei es falsch, wenn die Regierung weiter stark auf die Kohle setze. Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider erteilte dem Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eine Absage, die Mehrwertsteuer für die Bahn im Fernverkehr zu halbieren. «Der Vorschlag hat überhaupt keine Chance», sagte er der Berliner «B.Z. am Sonntag».
Gabriel will die Wettbewerbsposition der klimafreundlichen Bahn gegenüber dem steuerlich begünstigten Flugverkehr durch eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent stärken. 68 Prozent der Bundesbürger sind über die Folgen eines weltweiten Klimawandels besorgt, berichtet die «Bild»-Zeitung (Samstag) unter Berufung auf eine Studie der Allianz. Demnach ängstigen sich 91 Prozent vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und schweren Stürmen, 73 Prozent vor der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern, 68 Prozent sind durch mögliche gesundheitliche Probleme auf Grund von Hitzewellen beunruhigt.
Allerdings glauben rund zwei Drittel der Befragten, dass sie den Klimawandel mit ihrem eigenen Verhalten beeinflussen können. Unter anderem seien 92 Prozent bereit, Energie einzusparen. Auch seien 61 Prozent willens, deutlich weniger Auto zu fahren. Der UN-Klimarat legt in der kommenden Woche in Bangkok den dritten Teil seines Klimaberichts vor. Der Bericht hatte wegen seiner drastischen Warnungen vor den Gefahren des Klimawandels weltweit für Aufsehen gesorgt.
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