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Arbeitsgruppe: Kalifornien sollte Zertifikate verkaufen und nicht gratis zuteilen (12.01.2010)

Kalifornien sollte Anlagenbetreiber per Gesetz dazu zwingen, die meisten wenn nicht gar alle von ihnen benötigten Emissionsberechtigungen zu kaufen, um die vorgeschlagenen Klimaauflagen des Staates zu erfüllen. Das empfieht eine Beratergruppe, der Akademiker, Regierungsbeamte und Vertreter aus Unternehmen angehören. Das Economic and Allowance Allocation Committee soll unter anderem Vorschläge dafür machen, wie Kalifornien die Emissionsberechtigungen an Unternehmen vergeben soll, die ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen.

CaliforniaDas Klimagesetz aus dem Jahr 2006 soll helfen, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 25% zu senken und so auf das Niveau des Jahres 1990 zu bringen. Die Regulierer hatten im vergangenen Jahr entsprechende Cap-and-Trade-Regeln erlassen. Allerdings müssen noch einige Lücken in dem Gesetzesvorschlag geschlossen werden, eine davon ist der Frage der Allokation. Diskutiert wird die kostenlose Zuteilung der Zertifikate, die Auktionierung oder eine Kombination aus beiden Varianten. Auch eine Analyse der Auswirkungen des Emissionshandels auf die kalifornische Wirtschaft steht noch aus.

Der Allokationsplan und die wirtschaftliche Analyse werden wegen der hohen Kosten derzeit allerdings kritisch gesehen. Kalifornien hat mit einer hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen und musste das geplante Budget um etliche Milliarden kürzen. Weitere Kürzungen stehen bevor. Empfehlungen für eine faire Zuteilung der Berechtigungen seien ein schwieriger Balanceakt, räumte Matthew Barger ein. Er gehört der Beratergruppe an und ist Asset Management Advisor bei Hellman & Friedman. Nach seinen Angaben kämpfte die Gruppe vor allem mit einer Einschätzung der Kosten, die bei ihrem Allokationsvorschlag auf die Konsumenten zukomme.

Nancy Ryan, Volkswirtin bei der California Public Utilities Commission, stellte klar, das der Gruppenvorschlag als Empfehlung und nicht als Entscheidung zu verstehen sei. Die staatlichen Regulierer träfen die endgültigen Zuteilungsregelungen. Larry Goulder, Chairman der Beratergruppe und Wirtschaftsprofessor an der Universität Stanford, bezifferte den Gesamtwert der Zertifikate für das kalifornische Emissionshandelsprogramm auf 20 Mrd USD pro Jahr.

Die Beratergruppe hilft dem Air Resources Board bei einer Einschätzung der Kosten des Emissionshandels auf die Wirtschaft des Staates. Die Untersuchungsergebnisse sollen im Februar veröffentlicht werden.

Das Economic and Allowance Allocation Committee kommt in seinem Bericht zu dem Schluss, dass das Cap-and-Trade-Programm für die kalifornischen Haushalte gleichbedeutend mit höheren Preisen für Strom, Gas und Benzin sein wird. Indirekte Preiseffekte seien ebenfalls zu erwarten, weil die Unternehmen ihre Mehrbelastungen an den Verbraucher weiterzugeben versuchen werden. Eine Studie, an der Gremiumsmitglied Jim Boyce, Wirtschaftsprofesor an der Universität von Massachusetts in Amherst, beteiligt war, erwartet einen Anstieg der Preise für Energie und andere Waren um rund 1,3%, wenn die Zertifikate mit rund 20 USD angesetzt würden. Kaliforniens Verbraucher zahlen bereits jetzt mit die höchsten Endverkaufspreise in den USA für Strom und Benzin. Einige Wirtschaftsorganisationen haben bereits davor gewarnt, dass die von der Regierung vorgeschlagenen Regelungen für den Emissionshandel die kalifornische Wirtschaft überfordern würde.

Das Gremium hat das Air Resources Board zu Flexibilität bei der Gestaltung der Regularien zum Emissionshandel für den Fall aufgefordert, dass kalifornische Unternehmen die Maßnahmen nicht schultern könnten, ohne die eigene Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr zu bringen.


Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emission / Cassandra Sweet (DJ)



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