Die Trockenheit wird durch die seit Wochen anhaltende Hitzewelle verstärkt. Die Regierung fürchtet schwere Ausfälle bei den Ernten. Am schlimmsten sei die Lage im «Corn Belt» im Mittleren Westen, wo der meiste Mais in den USA angebaut wird.
Landwirtschaftsminister Tom Vilsack rief bereits in rund 1300 Landkreisen in 29 Bundesstaaten den Notstand aus. Am Mittwoch sprach er im Weißen Haus mit Präsident Barack Obama über die Lage. Dabei ging es vor allem auch darum, wie in Not geratenen Farmern geholfen werden kann.
Es handele sich um «eine sehr schwere Dürre», sagte Vilsack nach dem Treffen mit Obama. Die Lage sei derart ernst wie vermutlich seit 25 Jahren nicht mehr. «Wenn ich ein Regentanz oder ein Regengebet kennen würde - ich würde das anwenden.»
Seit 1956 sei nicht mehr eine derart große Fläche von anhaltender Trockenheit betroffen worden, heißt es. Darunter sei der «Corn Belt» mit den Bundesstaaten Illinois, Indiana, Iowa, Nebraska und Minnesota. Aber auch Staaten wie Arkansas, Mississippi, Utah und Wyoming haben zu leiden.
Bereits jetzt stehe fest, dass 38 Prozent der Maisernte schlecht bis sehr schlecht ausfällt, sagte Vilsack. Bei Sojabohnen seien es 30 Prozent. Besonders hart treffe es auch die Viehzüchter.
Forscher der ETH Zürich hatten diese Woche Forschungsergebnisse veröffentlicht, in denen sie einen Zusammenhang zwischen großer Trockenheit und extremer Hitze nachweisen. Sie untersuchten u.a. eine Hitzewelle in Texax im Juli 2011, die alle Rekorde brach.
Die Studie zeigt, dass sich fehlende Bodenfeuchtigkeit bei Hitzeextremen noch stärker auswirkt als bei tieferen Temperaturen. Sonia Seneviratne, Professorin am Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich: «Diese Erkenntnis ist entscheidend, da der Klimawandel die Temperaturen weiter steigen lässt und sich extreme Hitzetage deswegen in Zukunft häufen werden.»

