Der Mobilitätsbedarf in Entwicklungsländern wird größtenteils durch Export gebrauchter Güter gedeckt. Welche ökologischen Folgen damit verbunden sind und welche Nachteile die „Abwrackwirtschaft“ mit sich bringt, erläutern Andreas Hermann und Dr. Hartmut Stahl in ihrem Beitrag. Jedes Kilogramm an Platin und anderen Metallen, das nicht über Recycling wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden kann, wird zum Beispiel durch Primärförderung mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen bereit gestellt. Die Übertragung westlicher Verkehrspolitiken auf Entwicklungsländer stellt ein weiteres Problem dar, worauf in dem Beitrag eingegangen wird.
In Ländern, deren Bodenschätze einen hohen Anteil am Export haben, verschärfen sich Konflikte um die Verteilung der Einkünfte. Andreas Manhart, Geograph und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Öko-Institut, stellt Lösungskonzepte vor, die den Markt für „faire Rohstoffe“ öffnen. Er erklärt zudem, warum es bisher im Bereich der metallischen Rohstoffe ausschließlich für Gold und Silber Nachhaltigkeitszertifizierungen gibt.
Das Jahrbuch Ökologie setzt weitere spannende Akzente: So stellt beispielsweise die Expansion und Effizienz von erneuerbaren Energien wie Bioenergien ein weiteres Schwerpunktthema dar. In einem anderen Beitrag wird auf das niedersächsische Bioenergiedorf Jühnde hingewiesen, das seinen Strom- und Wärmebedarf durch die Nutzung von erneuerbarer Energien komplett selbst deckt. Der Leser gewinnt durch die Lektüre einen Einblick in das breite Spektrum ökologischer Themen. nj
Das Jahrbuch Ökologie 2010 ist am 1. September 2009 erschienen. Das Inhaltsverzeichnis und ausgesuchte Beiträge (zum Download) finden Sie hier
Günter, Altner et al. (Hrsg.): „Jahrbuch Ökologie 2010“, Verlag Hirzel, Stuttgart 2009, 248 Seiten, 19,80 Euro. ISBN 978-3-7776-1768-8

Der Konflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz ist ungelöst – und verschärft sich beim Kampf um natürliche Ressourcen. Öl, Wasser, Land und Metalle werden knapper und die Zahl der Nachfrager steigt. 