Beide, so schreiben sie, waren ursprünglich von der Notwendigkeit der Kernenergie überzeugt und auch davon, dass sich die Risiken dieser Technologie beherrschen lassen. Beide beschreiben die Ereignisse um Tschernobyl als den ersten Wendepunkt in ihrer Einstellung zur Kernenergie. Fukushima hat dann – wie vielleicht bei vielen – die Überzeugung reifen lassen, dass wir aussteigen müssen aus dieser Hochrisikotechnologie. Dabei ist das Buch hoch aktuell, auch Fakten lange nach den dramatischen Ereignissen rund um Fukushima werden benannt. Konsequent führt das Gespräch der beiden Autoren über den Atomausstieg hinaus hin zu den notwendigen Bedingungen und Risiken für den Einstieg in ein regeneratives, CO2-freies Zeitalter. Dabei verstehen es beide Autoren, auch komplexe und komplizierte Zusammenhänge anschaulich darzulegen, ohne zu sehr zu simplifizieren.
Das Buch hat genügend Substanz, um es Wort für Wort zu lesen, die Gedankengänge auf sich wirken zu lassen und aus den Anregungen eigene Überzeugungen und Handlungsoptionen reifen zu lassen. Es sei all denen empfohlen, die die Ereignisse der letzten Monate sowie deren Wurzeln in leicht lesbarer Form nachvollziehen wollen und die wissen wollen, wie es sinnvollerweise weitergehen kann mit dem international viel beachteten deutschen Sonderweg der Energiewende.
Klaus Töpfer, Ranga Yogeshwar: Unsere Zukunft. Ein Gespräch über die Welt nach Fukushima. C.H.Beck Verlag (München) 2011. 240 Seiten. ISBN 978-3-406-62922-8. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 30,50 sFr.

War der Atomausstieg ein Ergebnis einer tumben „German Angst“, wie uns das national und international oft unterstellt wird? Wer den tiefer liegenden Bewusstseinswandel nachvollziehen will, der eine solch breite Zustimmung zum Atomausstieg quer durch alle Bevölkerungsschichten erst möglich gemacht hat, kann dies anhand des vorliegenden Buches.