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Klimaschutzbericht Österreich: Klimaschutzziele bis 2020 erreichbar (04.06.2009)

UmweltbundesamtDer Klimaschutzbericht 2009 des österreichischen Umweltbundesamts sieht die Chancen intakt, dass Österreich das EU-Klimaschutzziel bis 2020 erreicht. Allerdings seien dafür weitere Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen notwendig.
Wien - Zur Erreichung der Ziele des Klima- und Energiepakets der Europäischen Union für 2020 sind weitere Maßnahmen vor allem in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energieträger notwendig. Wenn keine weiteren Maßnahmen umgesetzt werden, muss in Österreich mit einem Anwachsen der Treibhausgasemissionen bis 2020 gerechnet werden, stellt das Umweltbundesamt im Klimaschutzbericht 2009 fest. Mit den derzeit geplanten Maßnahmen wird im Jahr 2020 etwa das Niveau des Treibhausgasausstoßes des Jahres 2007 erreicht. Im Jahr 2007 betrugen die Treibhausgasemissionen in Österreich ca. 88 Mio. Tonnen.

Im Klimaschutzbericht 2009 analysiert das Umweltbundesamt die sektoralen Trends und wirtschaftliche Einflussfaktoren der Treibhausgasemissionen in Österreich von 1990 bis 2007 und stellt sie den Zielen der Klimastrategie gegenüber. Darüber hinaus enthält der Bericht Emissionsszenarien für das Jahr 2020 und die rechtlichen Vorgaben für Österreich aus dem Klima- und Energiepaket der Europäischen Union.

Emissionsszenarien bis 2020
Für Österreich ist bis 2020 im Klima- und Energiepaket eine Emissionsminderung von 16 % vorgesehen (ohne Emissionshandel). Basisjahr dafür ist das Jahr 2005. Die Szenarien für 2020 zeigen, dass diese Vorgaben nicht erreicht werden: mit den derzeit geplanten Maßnahmen ist mit Emissionen knapp unter dem Niveau von 2007 zu rechnen (ohne Emissionshandel). Der Anteil der Erneuerbaren Energieträger im Jahr 2020 erreicht im selben Szenario knapp 31 % und liegt damit unter dem Ziel von 34 %. In den energiewirtschaftlichen Daten, auf denen die Szenarien basieren, sind Auswirkungen des aktuellen Konjunktureinbruchs nicht einbezogen.

„Der aktuelle Konjunktureinbruch wird die Treibhausgasemissionen der nächsten Jahre sicherlich dämpfen, nachhaltige Effekte sind dadurch nicht zu erwarten,“ erläutert Georg Rebernig, Geschäftsführer Umweltbundesamt. „Die richtige Strategie ist, konjunkturbelebende Maßnahmen zu setzen, die gleichzeitig dem Klimaschutz dienen, wie zum Beispiel die zusätzliche Förderung der thermischen Gebäudesanierung oder der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Nicht zuletzt werden damit die Folgekosten für den Klimawandel minimiert.“ Potenziale für zusätzliche Maßnahmen hinsichtlich der Ziele für 2020 sind auch in den Bereichen Energieeffizienz und Einsatz Erneuerbarer Energieträger auszumachen.

Treibhausgasemissionen in Österreich 2007
Mit 88 Mio. Tonnen liegen die Treibhausgasemissionen in Österreich im Jahr 2007 unter Berücksichtigung der flexiblen Mechanismen wie dem JI/CDM-Programm und dem Emissionshandel sowie der Bilanz aus Entwaldung und Neubewaldung etwa 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente über dem Kyoto-Ziel. Gegenüber 2006 ist eine Emissionsreduktion von 3,5 Mio. Tonnen oder 3,9 % festzustellen. Beim Stand der Umsetzung der Maßnahmen aus der Klimastrategie bis Ende 2008 stellt das Umweltbundesamt keine signifikante Veränderung gegenüber dem Klimaschutzbericht 2008 fest.

Sektorale Abweichung zu Zielen der Klimastrategie
2007 lag der Treibhausgasausstoß im Sektor Raumwärme um 0,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente unter dem Ziel der Klimastrategie. Diese Entwicklung ist vor allem auf die milden Bedingungen der letzten Winter zurückzuführen, aber auch auf Maßnahmen im Bereich der thermischen Sanierung und den steigenden Einsatz Erneuerbarer Energieträger. „Kein Grund für eine Entwarnung,“ so Georg Rebernig, Umweltbundesamt Geschäftsführer. „Die Zielerreichung für diesen Sektor in der Kyoto-Zielperiode ist bislang nicht gesichert. Auch in Hinblick auf die Ziele für 2020 sind weitere Maßnahmen in diesem Sektor notwendig.“

Der Verkehrssektor ist mit rund 5,4 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente der Sektor mit der größten Abweichung zum sektoralen Ziel der Klimastrategie. Die Emissionsminderungen durch den Einsatz von Biokraftstoffen wurden und werden von der kontinuierlich steigenden Verkehrsleistung aufgezehrt. Eine Erreichung des sektoralen Zieles der Klimastrategie ist trotz des Rückgangs der Emissionen auf Grund des Konjunktureinbruchs nicht absehbar.

Auf Basis der geprüften Emissionen wurden im Jahr 2007 rund 80 % der gesamten THG-Emissionen der Sektoren Industrie und Energieaufbringung von Emissionshandelsbetrieben verursacht. Die Emissionen der Anlagen dieser Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, lagen 2007 um 2,2 Mio. Tonnen über den Zielen der Klimastrategie. Eine Erreichung dieser Ziele ist nicht realistisch.

Im Sektor Landwirtschaft lagen die THG-Emissionen etwa 0,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente über dem Ziel der Klimastrategie. Die Emissionsszenarien zeigen, dass zur Sicherstellung der Erreichung der Ziele der Klimastrategie in diesem Sektor weitere Maßnahmen notwendig sind.

Im Sektor Abfallwirtschaft und bei den Fluorierten Gasen ist die Mehrzahl der Maßnahmen aus der Klimastrategie weitgehend umgesetzt. Durch den langfristigen rückläufigen Trend der Treibhausgasemissionen in diesen Sektoren sind die Ziele erreichbar.


Quelle: umweltbundesamt.at



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