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Anpassung an den Klimawandel in Österreich: StartClim präsentiert Ergebnisse (29.07.2009)

StartClimIm Forschungsprogramm StartClim setzen sich ForscherInnen seit Anfang 2003 mit dem Klimawandel und seinen Folgen in Österreich auseinander. Selbst bei sehr weitgehenden Klimaschutzmaßnahmen kann ein gewisses Maß an Klimaänderung nicht mehr verhindert werden. Anpassung an den Klimawandel ist daher ein zentrales Thema in der Klimadebatte.

Die Ergebnisse zeigen anhand von Fallbeispielen mögliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit, Tourismus und Energiewirtschaft. Die wissenschaftliche Projektleitung von StartClim liegt bei Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur Wien, verwaltet wird StartClim vom Umweltbundesamt.

Waldböden wirken dann nicht mehr als Senken, sondern verstärken den Klimawandel

Böden sind eine wichtige Quelle und auch Senke für Treibhausgase. Die durch den Klimawandel verursachte Erwärmung der Böden führt zur Erhöhung der Treibhausgasemissionen aus den Böden und damit zu einer Verstärkung des Klimawandels. Dieser selbstverstärkende Effekt konnte mittels Modellberechnungen für drei Waldstandorte in Tirol belegt werden. Bei einer Temperaturzunahme um 1°C wird etwa 10% mehr CO2 durch Bodenatmung freigesetzt. Bei einer Temperaturzunahme von 2°C werden etwa 20% mehr CO2 und N2O (Lachgas) emittiert. Ursache dafür ist der beschleunigte mikrobielle Abbau von im Boden gespeichertem Kohlenstoff und Stickstoff.

Gegenüber den vorindustriellen Werten hat die Temperatur in Österreich bereits jetzt um etwa 2°C zugenommen, bis Mitte des Jahrhunderts ist mit einer weiteren Zunahme um ca. 1-2°C je nach Region zu rechnen.

Landwirtschaft: Wasser könnte knapp werden, insgesamt ökonomischer Nutzen möglich

Der Ackerbau im Osten Österreichs wird aufgrund der Folgen des Klimawandels und der damit verbundenen begrenzten natürlichen Wasserversorgung der Agrarflächen zunehmend schwieriger und möglicherweise ohne entsprechende Anpassungsmaßnahmen partiell unmöglich werden. Landschaftsstrukturen, wie zum Beispiel Windschutzhecken, können das Mikroklima verändern und die Wassernutzungseffizienz der angebauten Kulturen verbessern, indem sie den Wind bremsen, die Taubildung fördern, die potentielle Verdunstung reduzieren und auch die Winderosion verringern.

Werden darüber hinaus auch noch die zu erwartenden positiven Effekte der Landschaftsstrukturierung auf die Erhöhung der Biodiversität, die Wirkung auf das Landschaftsbild, die Erholungsnutzung sowie eine betriebsübergreifende Vermeidung der Bodenerosion ins Kalkül gezogen, kann aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive ein noch größerer ökonomischer Nutzen gegeben sein.

Tourismus: Die Alpen werden gefährlicher

Steigende Temperaturen führen zu Gletscherrückgang und vermehrtem Auftauen von Permafrost. Die Gletscherfläche im Tuxertal (Tirol) ist seit ca. 1850 bereits um ca. 65 % zurückgegangen und wird sich weiter sehr stark reduzieren. Dies kann zu Gefahren in Tourismusregionen führen.

Eine Befragung von über 300 Bergtouristen und Erholungssuchenden im Tuxertal ergab, dass etwa die Hälfte der Befragten den bequemen Bergwanderern zuzuordnen ist, die auch den Ausblick in die Landschaft besonders schätzt. Diese Gruppe erweist sich im Hinblick auf Gefahrensituationen als sehr unerfahren und unsicher. Sie reagieren stark auf eine Veränderung der Bedingungen und zeigen eine hohe Bereitschaft, in ungünstigen Fällen das Gebiet ganz zu verlassen, was Auswirkungen auf die regionale Wertschöpfung hätte.

Hohe Unsicherheiten in Bezug auf Gefahren bei der Hälfte der Besucher unterstreichen die Bedeutung von Information. Anpassungsmaßnahmen, die etwa Investitionen zum Schutz und zur Erhaltung von Anlagen und Wegen, wie etwa eine bautechnische Sanierung, werden als Aufgabe der Länder (32%), der Gemeinden (22%), der Tourismuswirtschaft (21%) und der Republik (18%) gesehen.

Eine Befragung von Biobergbauern, Touristikern und Funktionären in Tirol ergab, dass der Klimawandel zwar von allen wahrgenommen wird, eine wirklich griffige Vorstellung darüber existiert aber nicht, eher Sorge als konkrete Bedrohung. Eine gewisse Ohnmacht in Anbetracht der Komplexität der Thematik macht sich bemerkbar, welche mit einer „verdrängenden Gedankenlosigkeit“ verbunden zu sein scheint. In beinahe allen Interviews kommt die Sorge zum Ausdruck, dass die wahrscheinliche Entwicklung sich immer weiter von der wünschenswerten entfernt.

Gesundheit: Extremes Wetter kann die Zahl von Todesopfern steigern

Die hitzebedingte Sterblichkeit in Wien hängt direkt mit der Temperatur des Tages, an dem der Todesfall eintritt, zusammen.Von der Hitzesterblichkeit besonders betroffen sind Frauen, ältere Menschen und Personen in „ärmeren“ Bezirken. Interessant ist, dass das Sterberisiko unter Hitzeeinwirkung für Krankenhauspatienten und für HeimbewohnerInnen gleich hoch ist, wie für andere Personen. Bei der Kälte- bzw. Winter-Sterblichkeit fanden sich hingegen keine Bezirksunterschiede. In diesen Fällen hängt die Sterblichkeit mit der durchschnittlichen Temperatur der dem Sterbetag vorangegangenen zwei Wochen zusammen – je kälter, desto mehr Stebefälle.

Eine klare Schwelle, ab welcher die Sterblichkeit stärker ansteigt, und daher Maßnahmen zu setzen wären, konnte nicht gefunden werden. Als praktikable Regelung erscheint das Setzen von Akutmaßnahmen in Form von Warnhinweisen und Verhaltensempfehlungen ab einer prognostizierten nächtlichen Abkühlung auf nicht weniger als 19°C.


Quelle: Umweltbundesamt.at

© StartClim



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