Die meisten der über 3 700 Antragsteller werden wieder leer ausgehen. Manche schon das dritte Jahr hintereinander. „Unsere steirischen Mitglieder fordern zu Recht eine Nachbesserung für das Sonnenland Steiermark“, meint Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA).
Von „Pflanzerei“ bis „Affentheater“ haben wir alles zu hören bekommen, was an Empörung möglich ist, berichtet man vom PVA.
Der Staat profitiert mehr von jeder Anlage als er ausgibt
„Eine zahlenmäßige Begrenzung ist bei der geringen Fördersumme in keiner Weise gerechtfertigt, da der Finanzminister bei jeder installierten Anlage mehr einnimmt als er ausgibt“, rechnet Kronberger vor.Die renommierte Grazer Steuerberatungskanzlei Binder & Partner, Frau Dr. Ulrike Kopp-Pichler rechnet exemplarisch vor, dass allein durch die Mehrwertsteuer 60 Prozent des staatlichen Zuschusses sofort wieder an den Staat zurückgehen, d.h. von den Euro 1 300 gehen ca. Euro 700 unmittelbar zurück an den Finanzminister. Betrachtet man die verbliebenen Euro 600, die der Staat investiert, so erhält er diese u.a. durch Lohnnebenkosten, ersparte Arbeitslosenzahlungen, Einnahmen durch Schaffung echter „green jobs“ und zusätzlicher Kaufkraft zurück.
Verhalten wie Schwimmbadbetreiber, der Eistruhe schließt
Kronberger: „Die Situation erinnert an einen Schwimmbadbetreiber, der seinen Eisladen trotz Warteschlange und voller Truhe schließt, weil er daran denkt am nächsten Tag die Eintrittspreise zu erhöhen und so leichter zu seinem Umsatz kommt!“ Betroffen sind die aktiven Energieversorger, die heute schon auf die Zukunftstechnik Sonnenstrom setzen und das Gewerbe, das Planungssicherheit braucht.
Ing. Helmut Ritter von den Stadtwerken Hartberg: „Es werden mehr Leute verärgert, als zufrieden gestellt. Durch viel Aufklärungsarbeit haben wir in der Steiermark ein hohes Interesse an sauberer und sicherer Stromerzeugung geschaffen, und nun müssen wir die investitionswilligen Menschen wieder enttäuschen.“
Prokurist Gerhard Lernpeis, Leitung Vertrieb ODÖRFER, spricht die Probleme des Gewerbes an: „Wir haben jedes Jahr ein kurzes Hoch, wissen nicht wie viel wir auf Vorrat einkaufen sollen, die jeweilige Aktion startet erst in der Mitte des Jahres und viel Zeit geht verloren.“
Ing. Gerhard Korpitsch, KW-Solartechnik und Vorstandsmitglied des PVA sekundiert: „Eine PV-Entwicklung nach internationalem Vorbild ist mit dieser zögerlichen Taktik in Österreich nicht zu erreichen. Jährlich werden die Spielregeln geändert und die Stop and Go-Politik schultert das gesamte Risiko von Ein- und Verkauf auf dem Rücken des Handels“.

