78% würden für regionale Produkte auch höhere Preise in Kauf nehmen
"Die Begeisterung der Bürger für ländliche Regionen als wichtiger Emotions- und Qualitätslebensraum hat zugenommen", so Werner Beutelmeyer, Leiter des Marktforschungsinstitutes market. So kaufen heute 33% der Befragten mehr österreichische, klimafreundliche Produkte mit kurzen Transportwegen als noch vor fünf Jahren. 78% greifen beim täglichen Einkauf danach, weitere 9% zumindest zu besonderen Anlässen.
Als Kaufmotive wurden bei der market-Umfrage vor allem zwei Faktoren genannt: "kurze Transportwege" (66%) und "Arbeitsplatzsicherung" (91%). 78% der befragten Verbraucher gaben an, auch dann zum heimischen Produkt zu greifen, wenn es teurer ist als das importierte. Bei gleichem Preis entscheiden sich sogar 96% für das regionale, wenn das Angebot reichhaltig ist und die Herkunft klar gekennzeichnet wird. Beutelmeyer sieht in diesem "starken Signal für Konsumpatriotismus" eine "große Chance für österreichische Produzenten", die auch zu enormen volkswirtschaftlichen Effekten führen kann, wie Univ.-Prof. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität mit seiner Studie aufzeigt.
BIP-Steigerung um EUR 1,7 Mrd. - 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze
"Dieses empirisch erhobene und somit realistische Kaufkraftpotenzial hat ein ganz beträchtliches wertschöpfungswirksames Volumen. Von den 78% der Bürger, die höhere Kosten für regionale Lebensmittel in Kauf nehmen würden, sind 60% bereit, bis zu 10% mehr zu bezahlen, 32% würden sogar bis zu 20% mehr ausgeben. Aufgrund unserer Berechnungen würde das Bruttoinlandsprodukt in Österreich durch diese zusätzliche Zahlungsbereitschaft um EUR 1,7 Mrd. steigen. Zusätzlich würden 15.000 Arbeitsplätze gesichert", erläuterte Schneider.
"Neben den beträchtlichen positiven volkswirtschaftlichen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten könnte eine Senkung beziehungsweise Substitution der Lebensmittelimporte zusätzlich einen bedeutenden Beitrag zur Umwelt- und Klimaschonung leisten, womit eine doppelte Dividende erreichbar wäre", gibt der Wissenschafter zu bedenken. Bereits bei einer Importreduktion bis zu 10% würden Transportkosten zwischen EUR 40 und 80 Mio. eingespart. Gleiches gelte für den Energiesektor, so Schneider.

