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Klimaschutzbericht 2011: Österreich hinkt Kyoto-Zielen hinterher (14.07.2011)

Am 12.07.11 zog das österreichische Umweltministerium Zwischenbilanz über zwei Jahre Kyoto-Zielperiode. Demnach lag die Treibhausgasbilanz für 2009 um fünf Millionen Tonnen über dem angestrebten Kyoto-Ziel, für 2010 erwartet man wegen der konjunkturellen Erholung einen Anstieg um rund 30 Mio. Tonnen.

Wien - Zuerst die gute Nachricht: Das Umweltbundesamt sieht im Klimaschutzbericht 2011 einen  abnehmenden Trend der Treibhausgase seit 2005. Dies sei zurückzuführen auf den verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energieträger, Energie-Effizienzmaßnahmen und speziell im Jahr 2009 auf die Wirtschaftskrise, so die Zwischenbilanz der ExpertInnenorganisation. Die aktuellen Zahlen aber sind beunruhigend.

Im Jahr 2009 beträgt die österreichische Treibhausgasbilanz 80,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Damit lagen die Emissionen unter Einbeziehung der flexiblen Mechanismen und der Bilanz aus Neube- und Entwaldung ca. 5 Mio. Tonnen über dem jährlichen Durchschnittswert des Kyoto-Ziels. Gegenüber 2008 ist eine Emissionsreduktion von 6,9 Mio. Tonnen festzustellen.

„Für 2010 rechnen wir mit einem Anstieg der Treibhausgasemissionen, in den Emissionshandelsdaten spiegelt sich deutlich die Konjunkturerholung wider," erläutert Jürgen Schneider, Leiter des Programmbereichs Wirtschaft & Wirkung im Umweltbundesamt. Für die Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen rechnen die ExpertInnen mit rund 30 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent, die zusätzlich über flexible Instrumente für den Zeitraum 2008 bis 2012 abgegolten werden müssen.

Für die Klimaziele für 2020 gibt sich Jürgen Schneider vorsichtig: „Unsere Modellierungen zeigen, dass wir es in der Hand haben, die verbindlichen Klimaziele bis 2020 durch Maßnahmen im Inland zu erreichen. Dazu bedarf es allerdings eines verbindlichen Klimaschutzgesetzes, verpflichtender Regelungen im Bereich Energieeffizienz, Maßnahmen im Bereich Erneuerbarer Energieträger etc. – und nicht zu vergessen einer konsequenten, raschen und effizienten Umsetzung.“

Vor allem in den Sektoren Verkehr und Raumwärme habe nach wie vor erhebliche Reduktionspotenziale, mahnen die Experten des Umweltbundesamtes, dort seien die Ziele mit den bisher getroffenen Maßnahmen nicht zu erreichen.

Sektorale Abweichung zur Klimastrategie 2009 – Potenziale bis 2020

Der Verkehrssektor ist 2009 mit rund 2,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente der Sektor mit der größten Abweichung zum sektoralen Ziel der Klimastrategie. Trotz deutlicher Emissionsminderungen durch den Einsatz von Biokraftstoffen sowie durch Effizienzsteigerungen bei Einzel-Kfz ist nicht absehbar, dass das sektorale Ziel der Klimastrategie erreicht wird. Bis 2020 liege aber bei Umsetzung der in der Energiestrategie vorgeschlagenen Maßnahmen ein großes Reduktionspotenzial.

2009 lag der Treibhausgasausstoß im Sektor Raumwärme bereits um 0,6 Mio. Ton­nen CO2-Äquivalente unter dem Ziel der Klimastrategie. In diesem Sektor besteht insbesondere in Hinblick auf die Ziele für 2020 großes zusätzliches Einsparungspotenzial.

Auf Basis der geprüften Emissionen wurden im Jahr 2009 rund 80 % der gesamten THG-Emissionen der Sektoren Industrie und Energieaufbringung von Emissionshandelsbetrieben verursacht. Die Emissionen der Anlagen dieser Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, lagen 2009 um 2 Mio. Tonnen über den Zielen der Klimastrategie. Eine Erreichung dieser Ziele ist nicht realistisch.

Im Sektor Landwirtschaft lagen die THG-Emissionen etwa 0,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente über dem Ziel der Klimastrategie.

Im Sektor Abfallwirtschaft und bei den Fluorierten Gasen ist die Mehrzahl der Maßnahmen aus der Klimastrategie weitgehend umgesetzt. Durch den langfristigen rückläufigen Trend der Treibhausgasemissionen in diesen Sektoren sind die Ziele erreichbar.


Quelle: Umweltbundesamt / zü



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