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Studie: Energieeffizienz-Maßnahmen bieten Chance auf 25.000 neue Arbeitsplätze in der Schweiz

McKinseyDie Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen in der Schweiz sowie die Förderung von Schweizer Unternehmen, die in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien weltweit tätig sind, könnten bis zum Jahr 2020 nicht nur Treibhausgas-Emissionen senken und einen Beitrag zur Energieversorgung leisten, sondern auch mehr als 25'000 neue Arbeitsplätze in der Schweiz generieren.

Dies ist eine der wichtigsten Aussagen der neuen Studie „Wettbewerbsfaktor Energie – Chancen für die Schweizer Wirtschaft“, die in den letzten Monaten von McKinsey & Company im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) ausgearbeitet worden ist.

Der Bericht zeigt auf, welchen Einfluss die Umsetzung der zur Erreichung der nationalen Klima- und Energieziele notwendigen Maßnahmen auf die Schweizer Binnenwirtschaft hat und welche globalen Wachstumschancen sich Schweizer Unternehmen rund um das Thema Energieeffizienz weltweit bieten.

Swiss Cost Curve
Anfang 2009 hat McKinsey & Company in ihrer Studie „Swiss Greenhouse Gas Abatement Cost Curve“ ausgerechnet, dass die Schweiz dank technischer Verbesserungen in den Bereichen Gebäude, Energie und Transport sowie in der Industrie und Landwirtschaft im Jahr 2030 bis zu 45% oder 25 Millionen Tonnen CO2 einsparen könnte. Die neue Studie quantifiziert die Wertschöpfung für die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2020, wobei anhand der untersuchten Maßnahmen bis 2020 im Inland von einer Reduktion von rund 18% ausgegangen wird, davon 6,7 Millionen Tonnen in den detailliert untersuchten Sektoren Gebäude und Transport.

„Diese Entwicklung bietet aber vor allem auch riesige Chancen für die Schweizer Wirtschaft in den global wachsenden Märkte“, sagt Marco Ziegler, Partner bei McKinsey & Company und Autor des Berichts. „Bis im Jahr 2020 könnten Schweizer Unternehmen als Zulieferer für Anlagen in den Bereichen erneuerbare Energien – das heißt Wind, Solar, Wasser, Biomasse – und energieeffiziente Anlagen viele neue Arbeitsplätze schaffen und dazu beitragen, die Klimaziele weltweit zu erreichen.“

Wettbewerbsfaktor EnergieDas Klima als Business
Im Dezember 2009 wurde im „Copenhagen Accord“ – der „Übereinkunft von Kopenhagen“ – eine Begrenzung der globalen Klimaerwärmung von maximal 2 °C gefordert. Zur Erreichung des Ziels muss der durchschnittliche Treibhausgas- Ausstoss pro Person bis spätestens im Jahr 2100 um mehr als 80% auf 1 Tonne pro Jahr reduziert werden. Dies stellt viele Länder vor eine enorme ökonomische Herausforderung, da eine radikale Erhöhung der Energie- und Treibhausgas-Produktivität – analog zur wirtschaftlichen Entwicklung während der industriellen Revolution – notwendig sein wird.

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der nächsten Jahrzehnte gehören. Welchen Einfluss hat die Umsetzung der zur Zielerreichung der notwendigen Treibhausgas- Reduktion auf die Schweizer Binnenwirtschaft? Welche globalen Wachstumschancen bieten sich schweizerischen Unternehmen rund um das Thema Energieeffizienz? In den Berechnungen werden technisch und ökonomisch realisierbare Massnahmen zur Treibhausgas-Reduktion in der Schweiz sowie die heute bekannte Förderung von erneuerbaren Energien bis 2020 berücksichtigt. Allein im Jahr 2020 werden Massnahmen im Gebäude-, Transport- und Energiesektor Zusatzinvestitionen von insgesamt 2,6 Mrd. CHF benötigen, davon 1,5 Mrd. CHF im Gebäudesektor und 0,5 Mrd. CHF zur Förderung erneuerbarer Energien.

Diese Investitionen schaffen in der Schweizer Wirtschaft rund 25'000 direkte Arbeitsplätze, 20'000 davon in der Bauwirtschaft. Die Einsparungen an fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie die Finanzierung der Investitionen verursachen aber auch Umsatz- und Arbeitsplatzverluste (z.B. in der Mineralölverarbeitung) und haben Steuerausfälle in Millionenhöhe zur Folge. Viele Massnahmen brauchen aufgrund der langen Amortisation eine Finanzierung durch die öffentliche Hand (z.B. Gebäudeprogramm, Steuersenkungen, Einspeisevergütung). Insgesamt entstehen aber durch die hohe Anzahl Arbeitsplätze von Bauinvestitionen mehr Arbeitsplätze, als in anderen Bereichen verloren gehen; 2020 beträgt der Nettoüberschuss ca. 11'000 Arbeitsplätze und die Wertschöpfung rund 620 Millionen im Jahr 2020. Bis 2030 verstärkt sich der Effekt weiter und beträgt netto rund 20’000 neue Arbeitsplätze. Die Studie geht von einem Ölpreis von 50 USD pro Barrel aus; bei einem höheren Barrelpreis würde sich der Effekt noch weiter verstärken.

Globale Chancen für Schweizer Unternehmen
Für Schweizer Unternehmen bieten die weltweiten Bestrebungen nach einem effizienteren Einsatz bzw. Ersatz von fossilen Brennstoffen grosse Wachstumschancen. Im Jahr 2020 dürften Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Wasser, Biomasse) im Umfang von rund 540 Mrd. CHF gebaut werden. Das Marktpotenzial von Produkten und Dienstleistungen im Bereich effizienter Energieverbrauch (Hybrid- und Elektrofahrzeuge, Antriebssysteme, Gebäudetechnik) dürfte 2020 bei ca. 1’000 Mrd. CHF liegen. Hier sind einige Schweizer Unternehmen als Zulieferer in den Sektoren Energieerzeugung weltweit führend.

Bei vielen neu entstehenden Wirtschaftszweigen wie Batterietechnik oder Elektroantriebe ist die Schweiz heute jedoch wenig vertreten. Schweizer Unternehmen könnten in diesen Märkten ihren Umsatz von heute rund 10 Mrd. CHF auf ca. 30 Mrd. CHF im Jahr 2020 steigern. Dadurch würden etwa 48'000 Arbeitsplätze weltweit und ca. 16'000 Arbeitsplätze in der Schweiz geschaffen. Die Schweiz hat die Chance, den innovativen Forschungsstandort Schweiz weiter zu stärken. „Die Förderung der Forschung durch die öffentliche Hand ist im Vergleich zur Förderung der Klimamassnahmen und erneuerbaren Energien in der Schweiz aber noch eher bescheiden“, sagt Marco Ziegler. „Schweizer Unternehmen könnten weltweit führend sein, die Energieeffizienz-Revolution zu schaffen.“


Quelle: McKinsey


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