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CO2-Ausstoß in der Schweiz 2009 trotz Krise nur geringfügig gesunken (09.07.2010)

Bild: Pixelio/creativephotoDie CO2-Statistik für das Jahr 2009 zeigt, dass sich der CO2-Ausstoß zwischen 2008 und 2009 um ein Prozent vermindert hat. Zurückgegangen ist sowohl der Verbrauch von Brennstoffen als auch jener von Treibstoffen. Die Brennstoffemissionen liegen 12,1 Prozent unter dem Niveau von 1990, die Treibstoffemissionen dagegen 12,8 Prozent darüber.

Die vom Bundesamt für Umwelt BAFU veröffentlichte CO2-Statistik für das Jahr 2009 zeigt, dass sich der CO2-Ausstoß aus dem Verbrauch von Brennstoffen wie auch von Treibstoffen je um etwa ein Prozent verringert hat. Verantwortlich für den Rückgang dürfte der wirtschaftliche Abschwung sein. Dass der Rückgang nicht stärker ausgefallen ist, könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Ölpreise im gleichen Zeitraum deutlich gesunken sind. Zwischen 2008 und 2009 gingen die Preise für Benzin um 15 Prozent, für Diesel um 21 Prozent und für Heizöl um 37 Prozent zurück.

Entwicklung der CO2-Emissionen gemäß CO2-Gesetz Grafik: BAFUCO2-Emissionen aus den Treibstoffen erstmals seit 2002 rückläufig

Im Treibstoffsektor fällt die erstmalige Abnahme der Emissionen seit 2002 auf. Trotz dieses Rückgangs liegen 2009 die Emissionen aber noch immer 12,8 Prozent über dem Niveau von 1990. Berücksichtigt man den Kauf von ausländischen Emissionszertifikaten im Umfang von 2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr durch die Stiftung Klimarappen, mit welchen der Ausstoß in der Schweiz kompensiert wird, so liegen die Emissionen heute praktisch gleich hoch wie 1990. Gemäß dem im CO2-Gesetz festgeschriebenen Zielwert müsste der CO2-Ausstoß in der Periode 2008 bis 2012 jedoch um acht Prozent zurückgehen.

Emissionen Schweiz 2009 q bafuCO2-Emissionen aus Brennstoffen weiterhin leicht rückläufig

Die CO2-Emissionen aus den Brennstoffen sind auch nach der Korrektur des Einflusses der milderen Temperaturen (Klimabereinigung) des Jahres 2009 gegenüber 2008 um ein Prozent zurückgegangen. Sie liegen damit 12,1 Prozent unter dem Wert von 1990 (Zielwert 2008 bis 12 gemäß CO2-Gesetz: Reduktion um 15 Prozent).

Die gesamten CO2-Emissionen in der Schweiz liegen unter Berücksichtigung des Kaufs von ausländischen Emissionszertifikaten im Jahr 2009 um 7,6 Prozent unter dem Niveau von 1990 (Zielwert 2008 bis 12 gemäss CO2-Gesetz: Reduktion um 10 Prozent).

Abnahme der Treibhausgase insgesamt um 2,2 Prozent

Aufgrund der CO2-Statistik kann eine erste Schätzung für die gesamten Treibhausgasemissionen, wie sie das Kyoto-Protokoll definiert, vorgenommen werden. Für das Kyoto-Protokoll sind neben den CO2-Emissionen auch der Ausstoß von weiteren Treibhausgasen wie Methan maßgebend. Zudem wird im Kyoto-Protokoll keine Klimabereinigung wie im CO2-Gesetz durchgeführt. Diese korrigiert den Einfluss unterschiedlich kalter Jahre auf den Brennstoffverbrauch.

Die gesamten Treibhausgasemissionen sind zwischen 2008 und 2009 um zirka 2,2 Prozent zurückgegangen und liegen 1,5 Prozent unter dem Wert von 1990. Werden zusätzlich der Kauf ausländischer Emissionszertifikate und die Waldsenkenleistung berücksichtigt, liegt 2009 der für das Kyoto-Protokoll maßgebende Wert zirka 6,5 Prozent unter demjenigen von 1990 (Zielwert gemäß Kyoto-Protokoll 2008 bis 2012: Reduktion um 8 Prozent). Dieser Rückgang entspricht den Erwartungen, die das BAFU in den Emissionsperspektiven vom vergangen Herbst publiziert hat.

Wichtige klimapolitische Massnahmen wurden am 1.1.2010 eingeführt

Die neusten Zahlen der CO2-Statistik von 2009 enthalten die Wirkung der beiden wichtigen klimapolitischen Maßnahmen - Erhöhung der CO2-Abgabe auf Brennstoffen und Start des Gebäudeprogramms, welches mit einem Teil dieser Abgabe finanziert wird, - noch nicht. Diese beiden Maßnahmen sollten ab 2010 Wirkung zeigen und zu einer weiteren Abnahme der Emissionen führen. Eine Neubeurteilung der Zielerreichung von Kyoto-Protokoll und CO2-Gesetz wird nun auf der Basis der bekannten Daten der Jahre 2008 und 09 und mit Hilfe eines Modells für die Jahre 2010-12 vorgenommen und im Herbst 2010 publiziert.


Quelle: BAFU Bundesamt für Umwelt



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