Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Sie sind hier: Home » Klimawandel
Seite empfehlen

Ein Planet vor der Überhitzung - Bericht `Zur Lage der Welt 2009’ vorgestellt (28.04.2009)

GermanwatchIn Berlin wurde die deutsche Ausgabe des Berichts "Zur Lage der Welt 2009" des Washingtoner Worldwatch Institute vorgestellt. Der diesjährige Bericht zeigt, dass Klimaschutz aus der Krise herausführen kann.

 

Heinrich Böll StiftungRund 40 Autoren, darunter Klima-, Energie- und Wirtschaftsexperten, präsentieren in dieser Ausgabe aktuelle Daten und Fakten zum Klimawandel und stellen unter anderem Klimaschutzmaßnahmen vor, die Nachfrage und Beschäftigung steigern können.

Wer heute in den ökologischen Umbau der Wirtschaft investiere, werde auch bei hohen Energie- und CO2-Preisen sowie künftiger Ressourcenknappheit entscheidende Wettbewerbsvorteile haben, heißt es in dem Bericht. Gelinge aber der Aufbau einer kohlenstoffarmen Wirtschaft nicht, drohe infolge der Ressourcenerschöpfung, der schwindenden Artenvielfalt und der häufigeren Naturkatastrophen weltweit der Verlust von Arbeitsplätzen.

Mitherausgeber der deutschen Ausgabe sind die Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch. Bei der heutigen Vorstellung des Berichts wandte sich Jürgen Trittin, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, direkt an die Vertreter führender Industriestaaten, die vom 27. bis 29. April in Washington zu einem Vorbereitungstreffen des "Major Economies Forum on Energy and Climate" zusammengekommen sind:

"Der Bericht zeigt den Wirtschaftsmächten, wie ein ökonomischer Fahrplan aussehen könnte, dem zweierlei gelingt: Die Wirtschaft beleben und das Klima schützen. Mit Investitionen in erneuerbare Energien, in Gebäudedämmung oder den Ausbau innovativer Stromnetze schaffen wir neue Arbeitsplätze und eröffnen die Chance, bestehende Jobs zu sichern oder umzugestalten. Die bisherige Politik kurzfristiger und wahlloser Konjunkturprogramme mit
ökologisch verfehlten Effekten kann die Doppelkrise von Klima und
Wirtschaft nicht lösen."

Für ökonomische Anreize und eine Reform der Steuer- und Subventionspolitik plädierte Chris Flavin, Präsident des Washingtoner Worldwatch Institute: "Der Gebäudebestand kann durch günstige Kredite für Hausbesitzer und Energiesparfonds für Geringverdiener effektiv saniert werden. Gebäudedämmung und -sanierung schaffen Jobs in der Bauwirtschaft und sparen dort Energie ein, wo 40 Prozent der CO2-Emissionen entstehen.

Der Verkehr weist von allen Sektoren die am schnellsten wachsenden CO2-Emissionen auf. Zusätzlich zu Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr brauchen wir eine staatliche Förderung von CO2-freien Antriebssystemen, vor allem der Elektroautos. Neben steuerlichen Anreizen und Forschungsförderung muss eine Infrastruktur aufgebaut werden, die gewährleistet, dass die Fahrer ihre Elektroautos jederzeit aufladen können."

Die Chance für eine "grüne Konjunkturbelebung" müsse jetzt ergriffen werden, forderte Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: "Gelingt der Aufbau einer globalen, kohlenstoffarmen Wirtschaft nicht, ist die nächste Wirtschaftskrise vorprogrammiert. Nach einer kurzzeitigen Erholung wird die Wirtschaft durch den starken Anstieg des Ölpreises erneut in eine Rezession stürzen."

Wenige Monate vor der Kopenhagener Weltklimakonferenz fasst der diesjährige Bericht des Worldwatch Institute den Erkenntnisstand zum Klimawandel zusammen und stellt Technologien, Verhaltensweisen, Institutionen und Abkommen vor, die notwendig sind, um die von vielen Wissenschaftlern prognostizierte Klimakatastrophe abzuwenden. Ende des Jahrhunderts könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zu sechs Grad wärmer sein als zu Beginn der Industrialisierung, warnt der Bericht und plädiert für ein groß angelegtes "Joint Venture" für Klima- und Energiesicherheit zwischen Industrie- und Schwellenländern.

Zur Lage der WeltDie deutsche Ausgabe von "2009 State of the World: Into a Warming World" des Worldwatch Institute ist unter dem Titel "Zur Lage der Welt 2009. Ein Planet vor der Überhitzung" unter Mitherausgeberschaft von Germanwatch und der Heinrich-Böll-Stiftung im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen: Mit Vorworten von R.K. Pachauri, Ralf Fücks und Klaus Milke sowie einem Sonderbeitrag von Germanwatch. (Bild anklicken)

(Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009, ISBN 978-3-89691-765-2, 320 Seiten, 19,90 Euro)


Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch



Ihr Partner für den CO2-Fußabdruck:

Ihr Partner für den CO2 Fußabdruck: klimAktiv


10.02.2012

Tschechien hadert mit Ökostrom-Welle aus Deutschland

Kanadisches Unternehmen sucht in deutschen Meeresschutzgebieten nach Öl

Zukunftsthema 'Urbanisierung' forcieren: Messe 'Urbantec' im Jahresturnus

»Grünes« Energie-Management für Europas Häfen

Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette in Autoindustrie steigern

Deutschland hilft beim Klimaschutz in Westafrika

Sind Kaltwasserkorallen Anpassungskünstler an den Klimawandel?

09.02.2012

'Ausgezeichnete' Klimaanpassung

«AKW-Dinosaurier» Fessenheim bleibt in Betrieb

Großinvestoren zwingen Unternehmen zur Offenlegung von Klimarisiken

Welches Marktdesign braucht die Energiewende?

Energiebranche fürchtet herben Rückschlag bei Energiewende

Gletscher und Eiskappen schmelzen weniger stark als vermutet

Kurth: Versorgungssicherheit mit Strom garantiert - schneller Netzausbau dringend

Umwelthilfe: versprochene Bürgerbeteiligung des Innenministeriums unzureichend

08.02.2012

Strategie soll den Wald für die Zukunft fit machen

Paket zur Gebäudesanierung droht zusammenzuschmelzen - Keine Einigung

Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten bei der Jagd tiefer tauchen

Klimastudien sagen kältere Winter in Europa voraus

Durchbruch beim Abfallgesetz - Entsorgungswirtschaft will klagen

Frankreich braucht «Stromhilfe» aus Deutschland

DIW-Studie: CCS-Technologie ist für die Energiewende gestorben

07.02.2012

Deutschland bleibt auch bei dieser Kälte Stromexporteur - dank Ökostrom

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik in Malaysia

Verbandsrecherche: 87 Prozent der Energieversorger bieten Energieberatung

Löscher: Siemens wird Gewinner der Energiewende sein

EEX führt CO2-Produkte für Luftfahrtindustrie ein

Klimafolgen besser abschätzen: Forscher vergleichen Simulationen aus aller Welt

Baden-Württemberg bringt Klimaschutzgesetz auf den Weg

06.02.2012

Fällt Klimakatastrophe aus? - Vahrenholt stellt Buch vor

Nordseesturmfluten im Klimawandel

China boykottiert Klimaabgabe für seine Airlines - EU bleibt hart

EEX Handelsergebnisse für Emissionsberechtigungen im Januar

Ökoenergie-Ausbau ersetzt Brennstoffimporte in Milliardenhöhe

Stromnetze trotzen Kälte - Leitungen stabil

05.02.2012

Greenpeace-Chef zum Klimawandel: Die Zeit läuft uns davon