Zur Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C muss die Menge an weltweit ausgestoßenem CO2 aus fossilen Brennstoffen limitiert werden. Die CO2-Emissionen müssen wegen ihrer gewaltigen Menge und ihrer langen Verweildauer in der Atmosphäre im Zentrum des Klimaschutzes stehen.
Der WBGU schlägt deshalb eine verbindliche Obergrenze in Form eines CO2-Budgets vor, das global bis 2050 emittiert werden darf. Je höher die Wahrscheinlichkeit sein soll, die Erwärmung auf 2°C zu beschränken, desto kleiner ist das globale Budget. Der WBGU schlägt für den Zeitraum 2010–2050 ein Globalbudget von 750 Mrd. t CO2 vor. Damit ließe sich die Klimaerwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln auf 2°C begrenzen.
Ist das Globalbudget bestimmt, muss es auf alle Staaten verteilt werden. Als Verfahren eignet sich eine gleiche Pro-Kopf-Verteilung. Aus den nationalen Emissionsbudgets lassen sich Minderungsziele ableiten, die an die laufenden Klimaverhandlungen anschlussfähig sind.
Verträglich sind jährlich 2,7 t CO2 pro Kopf weltweit
Eine Weltbevölkerung von 6,9 Mrd. Menschen im Jahr 2010 und ein Globalbudget von 750 Mrd. t CO2 ergeben bis 2050 durchschnittlich erlaubte jährliche Pro-Kopf-Emissionen von rund 2,7 t CO2.
Legt man die CO2-Emissionen von 2008 zugrunde, so hätte Deutschland sein Budget in zehn Jahren, die USA bereits in sechs, China in 24 Jahren, Indien in 88 Jahren und Burkina Faso in 2.892 Jahren erreicht (siehe Tabelle).

Es wird knapp: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Der Einstieg in die Dekarbonisierung muss schnellstmöglich geschehen. Beginnt die Gesamtsumme der weltweiten Emissionen nicht zwischen 2015 und 2020 zu sinken, ist die Einhaltung der 2°C-Leitplanke nahezu ausgeschlossen.
Da der Umbau von Energie-, Produktions-, und Transportsystemen Zeit braucht und oft politisch sowie gesellschaftlich umstritten ist, sind große Emissionsminderungen innerhalb weniger Jahre unrealistisch:
Beginnt die Gesamtsumme der weltweiten Emissionen erst im Jahr 2015 zu sinken, sind jährliche Reduktionsraten von bis zu 5% pro Jahr erforderlich, um das Globalbudget 2050 nicht zu überschreiten. Dafür müsste die Welt in jedem einzelnen Jahr Reduktionsleistungen in einer Größenordnung erbringen, für die im Kyoto-Protokoll über zwei Jahrzehnte vorgesehen sind.
Das vierseitige factsheet "Budgetansatz" ist als Download erhältlich (Bild anklicken)

Um gefährlichen Klimawandel zu verhindern, muss die internationale Staatengemeinschaft den Ausstoß von CO2 aus fossilen Quellen durch Festlegung eines globalen Budgets begrenzen. 750 Mrd. Tonnen sollte es nicht übersteigen. Da das Globalbudget gerecht auf alle Staaten verteilt wird, eignet sich der Budgetansatz als Grundlage für einen neuen Weltklimavertrag. 