Die Pläne der Industrie- und Schwellenländer reichten nicht aus, um die Erwärmung wie gefordert auf 2 Grad zu begrenzen, teilten die Entwickler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und von der Kölner Klimaberatungsfirma Ecofys am Freitag im Vorfeld des Weltklimagipfels in Kopenhagen mit. Die Folgen einer globalen Erwärmung um 2 Grad gelten nach Analyse des UN-Klimarats (IPCC) gerade noch als beherrschbar.
Die derzeitigen Klimaschutzziele werden den Anstieg der Treibhausgasemissionen nicht vor 2040 stoppen, urteilen die Experten. In keinem Fall werde so eine Halbierung der Emissionen bis 2050 erreicht, auf die sich die G8-Staaten geeinigt hatten. «Stattdessen werden sich die globalen Emissionen bis 2040 - gemessen am Level von 1990 - wahrscheinlich nahezu verdoppeln», sagte Ecofys-Direktor Niklas Höhne
Die Experten erwarten in den nächsten zehn Jahren statt einer Reduzierung einen Anstieg der gesamten Treibhausgasemissionen auf ein Niveau, das 55 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entspricht (CO2-Äquivalent). Dazu zählen beispielsweise auch Methan und Lachgas. Derzeit liegt dieser Wert bei etwa 46 Milliarden Tonnen und müsste nach Aussage der Forscher bis 2020 deutlich sinken, um die angepeilte Begrenzung der Erwärmung noch zu erreichen.
Unter den derzeitigen Zusagen wird allein der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre bis 2100 dem «Climate Action Tracker» zufolge auf 650 Teilchen pro einer Million Teile Luft (650 ppm) steigen. Das ist mehr als das Doppelte des Werts in der vorindustriellen Zeit (280 ppm). Derzeit liegt die CO2-Konzentration bei knapp 400 ppm. Für den Gesamtgehalt aller Treibhausgase sagen die Forscher eine Konzentration von nahezu 800 ppm CO2-Äquivalent bis zum Ende des Jahrhunderts voraus.
(Internet: www.climateactiontracker.org)
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