Rekordtemperaturen, schmelzende Gletscher, steigender Meeresspiegel – dass sich das Weltklima ändert, lässt sich kaum mehr bestreiten. Der nachfolgende Beitrag informiert Sie über
• messbare und beobachtete Klimaänderungen,
• Prognosen zur weiteren Entwicklung des Weltklimas,
• Grenzen der Belastbarkeit.
In der Atmosphäre tut sich was
Klimaänderungen sind erdgeschichtlich gesehen eigentlich nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich an den heutigen Vorgängen ist aber, dass sie mit natürlichen Ursachen allein nicht erklärbar sind und mit einer geradezu beispiellosen Geschwindigkeit ablaufen.
So lassen sich z. B. in unserer Atmosphäre deutliche Veränderungen bei den Konzentrationswerten so genannter Treibhausgase feststellen. Treibhausgase sind verantwortlich für den Treibhauseffekt, der die globale Jahresmitteltemperatur natürlicherweise auf etwa 14 °C hält und Leben auf der Erde, wie wir es kennen, erst möglich macht. Neben Wasserdampf (60 %) sind vor allem Kohlendioxid/ CO2 (20 %) sowie Methan und Lachgas von Bedeutung. Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit (1750) zeigen sich dabei markante Unterschiede:
Es wird wärmer
Dass ein Anstieg der Treibhausgas-Konzentrationen den Treibhauseffekt verstärkt, ist heute unter Wissenschaftlern weitgehend unbestritten. Die weltweiten Beobachtungen und Messungen scheinen dies zu belegen:
Welche Rolle spielt der Mensch?
Nachdem bereits in den 1970er und -80er Jahren weltweite Messdaten eine Erhöhung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre gezeigt hatten, gründeten die Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) und das Umweltprogramm der UN (UNEP) 1988 den IPCC – den zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimawandel der Vereinten Nationen. Er dokumentiert laufend den aktuellen Wissensstand auf dem Gebiet der Klima- sowie Klimafolgenforschung und gibt in Abständen von 5 bis 6 Jahren umfassende Berichte heraus.
Der letzte IPCC-Bericht von 2007 lässt keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel stattfindet und v. a. durch den Menschen verursacht wird: Seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts wurden immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen, die den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und so zu einem Anstieg der Jahresmitteltemperaturen führen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem anthropogenen oder zusätzlichen Treibhauseffekt.
Der Klimawandel legt zu
In seinem Bericht hat der IPCC, ausgehend von verschiedenen Szenarien, die zukünftige Entwicklung des Weltklimas projiziert.
Im günstigsten Fall wird dabei bis 2100 (Bezugswert ist der Mittelwert 1980-99) mit einer weiteren Zunahme der Jahresmitteltemperatur um 1,8 °C gerechnet, im ungünstigsten Fall um 4°C (siehe Abbildung Klimaszenarien). Regional können die Werte allerdings stark differieren.
Neben der Temperaturzunahme werden auch Änderungen in der Niederschlagsverteilung, eine Häufung von Wetterextremen und ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels erwartet. Befürchtet werden u. a. auch ein beschleunigtes Aussterben von Tier- und Pflanzenarten und die Ausbreitung von Krankheitserregern.
Eine kritische Grenze
Niemand kann mit letzter Sicherheit sagen, wie genau sich eine weitere Erwärmung auf einzelne Länder, Ökosysteme oder das Gesamtsystem Erde auswirken wird – und welche Veränderungen möglicherweise irreversibel sein werden. Als maximal tolerierbare Erwärmung bis 2100 gegenüber vorin dus triellem Niveau hat sich in Wissenschaft und Politik in den letzten Jahren ein Wert von 2°C herauskristallisiert. Dieser Wert ist aus der Schwankungsbreite und -geschwindigkeit vergangener Klimaänderungen abgeleitet und be rücksichtigt die für die Weltgemeinschaft gerade noch tragbaren Anpassungskosten.
Weiter so?
Die Industrieländer der Erde, die bis heute am meisten zur Erhöhung der Treibhausgas-Konzentrationen beigetragen haben, werden voraussichtlich weniger stark vom Klimawandel betroffen sein als viele ärmere Staaten – oder sogar Vorteile daraus ziehen können. Diese unterschiedlichen Interessenlagen und Verantwortlichkeiten machen ein gemeinsames Handeln der Weltgemeinschaft nicht einfach, wie die mühsamen Verhand lungen bei Klimakonferenzen deutlich zeigen. Der Klimawandel ist mehrfach als größte Herausforderung unserer Zeit bezeichnet worden. Zweifellos gibt es noch zahlreiche andere Probleme. Viele dieser Probleme, wie wirtschaftliches Ungleichgewicht, Armut oder die Ausbreitung von Krankheiten, werden aber durch den Klimawandel verschärft – oder auch gemildert, wenn es gelingt, staatenübergreifend Lösungen zu finden.
Als Reaktion auf den Klimawandel schlagen Wissenschaftler unter dem Motto „Das Unvermeidbare beherrschen und das Unbeherrschbare vermeiden“ eine Doppelstrategie vor: Zum einen gilt es, sich an die unausweichlichen Folgen des Klimawandels anzupassen. Zum anderen sollen die Emissionen von Treibhausgasen so reduziert werden, dass sich der Klimawandel verlangsamt, seine Folgen abgemildert werden und Zeit für die nötige Anpassung bleibt.
12.03.2010
Klimaschonender in den Urlaub reisen
Purdue University: Maisethanol ist kein Klimaschützer
WHO-Konferenz endet in Parma: gesundheitliche Folgen des Klimawandels bekämpfen
10.-12.05.10: Berliner Energietage
Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70
Bank warnt vor ‚CER Recycling’ der ungarischen Regierung
Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen
Siemens baut in Italien Solaranlagen
Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung
Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs
11.03.2010
MEPs back fresh EU money to develop low-carbon technologies
Car safety: European Commission welcomes international agreement on electric and hybrid cars
Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller
EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen
Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011
Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament
NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele
Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium
10.03.2010
Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger
Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht
Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch
Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen
PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen
KWK-Hersteller 2G Bio-Energietechnik AG hat 2009 Umsatz verdoppelt
DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'
EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen
09.03.2010
EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal
Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven
Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen
Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?
Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren
EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen
Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz
08.03.2010
Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen
Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz
Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef
Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie
BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien
Greenmarket: Trading Large Hydro-CERs on carbon exchanges
dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher
Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos
06.03.2010
Merkel will sich bei Atomlaufzeiten nicht festlegen
Ruhrgebiet plant Ökostadt für 50 000 Menschen
05.03.2010
Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung
EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte
Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich
Klimaschutz: Treibhausgasemissionen im Jahr 2009 um 8,4 Prozent gesunken
Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz
EEX Handelsergebnisse für CO2-Emissionsrechte im Februar
Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund