Auch in anderen Gebieten Kalabriens und Siziliens stellten Erdrutsche und Überschwemmungen, eine Folge anhaltender Schlechtwetterfronten, die Menschen auf eine harte Probe. Und wie zuletzt im Oktober 2009 nach einem schweren Erdrutsch südlich von Messina setzte erneut eine Debatte über die Ursachen sowie darüber ein, was getan werden müsse.
«Italien rutscht» und «SOS Erdrutsche» titelten italienische Blätter am Mittwoch und berichteten von den Tausenden von Gemeinden, die über die Jahrzehnte von Erdrutschen heimgesucht worden sind. In den vergangenen 50 Jahren starben tausende Menschen vor allem im stärker betroffenen Süden. «Was wir jetzt vor Augen haben, hat aber recht wenig mit der Natur zu tun», erklärt Massimo Gargano von der nationalen Vereinigung für Entwässerung der römischen Tageszeitung «La Repubblica». Die wilde Urbanisierung habe sich in das Land gefressen, der Boden nehme Wasser nicht mehr auf, so dass es mit hoher Geschwindigkeit «wie auf einer Eisbahn abfließt», sagt Gargano.
Auch der Klimawandel trägt nach Einschätzung des Präsidenten der Vereinigung seinen Teil bei: «Er verwandelt den Regen in schwere Wolkenbrüche.» Milliarden Euro müssten für Kanäle und Abwassersysteme ausgegeben werden, um Erdrutsche und Überschwemmungen einzudämmen. Nach den Angaben des italienischen Landwirtschaftsverbands Coldiretti liegen 84 Prozent der Ortschaften um Messina auf gefährdetem Gebiet. In Kalabrien seien es nahezu 100 Prozent, so warnen die Fachleute.

