Als Auslöser für den überraschenden Rückzug nannte sie die mangelnde Anreizpolitik der britischen Regierung für Biomasse. Biomasse sei gegenüber Kohle einfach nicht wettbewerbsfähig: Die Produktion von einer Megawattstunde Strom aus Kohle kostet Drax 31 GBP, Strom aus Biomasse schlägt mit 40 GBP zu Buche. Die Biomasse soll nun im Ausland verkauft werden, schreibt die Zeitung.
Das Kraftwerk ist die größte Einzelquelle für CO2-Emissionen auf der Insel. Das Unternehmen hatte in eine eigene Biomasseverarbeitungseinheit investiert. Diese wird nun aber nur zu einem Bruchteil der Kapazität genutzt werden, weil es weiterhin günstiger sei Kohle zu verbrennen. "Wir sind nicht davon überzeugt, dass das Subventionsregime für eine der günstigsten Formen von Erneuerbarer Energie zur vollständigen Auslastung unserer Biomasse-Einheit ausreichen wird. Großbritannien verpasst die Möglichkeiten zur Nutzung von Biomasse. Wir wollen den umweltfreundlichen, CO2-armen Weg gehen, aber die Politik hindert uns daran", sagte Thompson der Zeitung.
Wie die Zeitung dazu berichtet, steht Drax mit der Entscheidung nicht alleine. Nach Angaben der britischen Renewable Energy Association wurden die Planungen für mehr als 50 Biomasseprojekte ausgesetzt, weil den Investoren die Politik der Regierung zu unsicher ist. Gesamtinvestition für diese Projekte: 13 Mrd GBP. Landwirte, die sich auf die Produktion von Biomasse verlegt haben, könnten Probleme mit den Abnehmern für ihr Produkt bekommen. Denn während die Entwickler von Windanlagen eine feste Zusage für Subventionen über 20 Jahre erhalten, können den Investoren für Biomasse die Subventionen nach vier Jahren gestrichen werden. Die Subventionen für Biomasse müssten deshalb dringend überarbeitet werden, lautet die Kritik am zuständigen Ministerium.

