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Großbritannien muss Anstrengungen für Klimaschutz erhöhen (30.06.2011)

Großbritannien muss seine Anstrengungen, die Energieversorgung, den Transport und die Industrie CO2-ärmer zu machen, ebenso verstärken wie jene für mehr Energieeffizienz in Gebäuden, wenn die Reduktionsziele für das Jahr 2027 erreicht werden sollen. Zu diesem Schluss kommt das Committee on Climate Change (CCC).

Die britische Regierung will die Treibhausgasemissionen des Landes bis 2027 im Vergleich zu 1990 halbieren, und damit "grüne" Investitionen und neue Arbeitsplätze auf der Insel begünstigen, die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten senken und die Energieversorgung absichern. Bis 2050 sollen die Reduktionen dann 80% des Vergleichsjahres 1990 erreichen.

meeting carbon budgets Source: CCCDas Komitee beklagt in seinem Bericht für das britische Parlament jedoch, dass die Emissionen noch immer nicht den durchschnittlichen Rückgang von 3% pro Jahr aufweisen, die nötig sind, um die für 2027 gesteckten Ziele zu erreichen. Laut CCC sind die britischen Emissionen im vergangenen Jahr vielmehr um 3% gestiegen. Sogar nach einer Bereinigung der Daten um extreme Wetterereignisse hätten sich die Emissionen nahezu unverändert zum Vorjahr gezeigt. Die Emissionen in den Jahren 2009 und 2010 seien zwar tendenziell niedriger ausgefallen als in den Jahren zuvor. Das sei jedoch nur der Rezession geschuldet und weniger fundamentalen Veränderungen bei der Produktion oder Nutzung von Strom, heißt es in dem Bericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. "Der nötige Quantensprung ist noch nicht erfolgt", sagte CCC-Chairman Adair Turner. "Es ist entscheidend, dass die Regierung ein Rahmenwerk vorgibt, um die Energiebranche bei der Dekarbonisierung zu unterstützen und die Energieeffizienz in Privat- und Wirtschaftsgebäuden voranzutreiben."

Das CCC empfiehlt der Regierung, die Reform des Energiemarktes voranzutreiben und die Details der Reform so rasch wie möglich darzulegen, um eine Lücke bei Investitionen zu vermeiden. "Es wird immer deutlicher, dass die aktuellen Diskussionen bei den Investoren für erneuerbare Energien zu einer signifikanten Unsicherheit geführt haben", sagte David Kennedy, Chief Executive des Komitees. Das CCC wiederholte seine Empfehlung an die Regierung, als Teil der Neuordnung im Energiemarkt Ausschreibungen für langfristige Verträge für CO2-armen Strom einzuführen. Langfristige Verträge für Grünstrom würden die Verbraucher letztlich weniger kosten als Einspeisetarife mit Bonus. Sie wären zudem für Investoren eine regelmäßige Einkommensquelle und würden deren Risiko senken, ergänzte Kennedy. Im Juli soll ein Weißbuch über die Energiemarktreform veröffentlicht werden.

Eine weitere Empfehlung des Gremiums an die Regierung ist der Ausbau des "Green Deal" genannten Effizienzplans für Gebäude. Bis 2015 sollen danach alle Dach- und Kavitätswände, bis 2020 auch zwei Mio solide Wände isoliert werden. Kennedy forderte die Regierung auf, endlich eine Entscheidung für die CO2-Abscheidung und -Speicherung im Kohlekraftwerk Logannet von ScottishPower zu treffen. Das Konsortium um die schottischen Tochter des spanischen Energieversorgers Iberdrola ist die einzige verbleibende Gruppe, die sich um finanzielle Unterstützung der Regierung für ein CCS-Demonstrationsprojekt in Großbritannien bemüht. "Es ist jetzt vier Jahre her, dass die Regierung das erste britische CCS-Projekt ausgeschrieben hat. Jetzt müssen wir feststellen, dass dieses erste Projekt noch immer nicht unter Dach und Fach ist", sagte Jeff Chapman von der Carbon Capture and Storage Association. "Eine Verpflichtung ohne rechtzeitige Finanzierung sendet die falschen Signale an die Unternehmen, die in den erwachenden britischen Low-Carbon-Markt investieren wollen", sagte Chapman.

Das Comitee on Climate Change berät die britische Regierung in Fragen der Dekarbonisierung der Wirtschaft, damit Großbritannien seinen Klimaschutzverpflichtungen im Rahmen der EU bis 2020 nachkommen kann. Die inländischen Klimaschutzziele reichen über diesen Zeitraum hinaus. Der Anteil der erneuerbaren Energien am britischen Energiemix soll bis 2020 auf 15% von derzeit 3% steigen.


Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions / Selina Williams



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