Der Ein-Megawatt-Block soll nur etwa so groß sein wie ein Überseecontainer. Er eignet sich damit für die dezentrale Montage direkt neben Wind- und Sonnenenergieanlagen. Bisher fehlen für die oft an abgelegenen Stellen installierten Wind- und Sonnenkraftwerke genügend leistungsfähige Leitungen zur Einspeisung ins Stromnetz. Dezentrale Großspeicher für die erneuerbaren Energien gibt es bisher nicht. Dies gilt als eines der Haupthindernisse für den von der Bundesregierung geplanten Ausbau erneuerbarer Energien auf 50 Prozent des Gesamtbedarfs bis zu Jahr 2050. Hauptmotiv dafür ist der Klimaschutz.
Nach Tests soll die Kapazität der Anlagen in wenigen Jahren auf je etwa 10 Megawatt wachsen. Jede Anlage könnte so mehrere tausend Haushalte mit Strom versorgen. «Damit machen wir erstmals Strom aus Wind und Sonne im großen Stil speicherbar», hieß es aus Konzernkreisen. Speicher für Wind- und Sonnenkraftwerke würden das Stromnetz auch insgesamt stabilisieren. Derzeit schwanken die Stromeinspeisungen der Wind- und Sonnen-Kraftwerke noch stark, je nachdem wie stark der Wind weht und ob es Tag oder Nacht ist. Das führt manchmal zu Überkapazitäten und technischen Schwierigkeiten.
Die Zellen für die Großbatterien sollen bei Li-Tec in Kamenz/Sachsen produziert werden. An dem Gemeinschaftsunternehmen ist Evonik mit 50,1 und Daimler mit 49,9 Prozent beteiligt. Li-Tec produziert in Kamenz bereits Lithium-Ionen-Batterien für Autos, die vom Jahr 2012 an serienmäßig in einen Elektro-Smart verbaut werden sollen.
Das dabei gewonnene Know How will Evonik jetzt systematisch auch für Großbatterien nutzen. Langfristig schätzen Experten das Marktvolumen für Stromspeicher auf 10 Milliarden Euro. In Kamenz könnte sich die Beschäftigtenzahl nach den Planungen bis zur Mitte des Jahrzehnts von derzeit gut 200 auf bis zu 1000 erhöhen.
Herzstück der Evonik-Batterie ist eine Nano-Keramik-Membran zum Schutz gegen Brand und Überhitzung, die 2007 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden war und auch für Autobatterien verbaut wird. Beim Haltbarkeitsproblem sei Evonik auf einem sehr guten Weg. Die Lebensdauer der Batterieblöcke werde voraussichtlich deutlich mehr als zehn Jahre betragen, hieß es. Genaueres müsse der Testbetrieb zeigen. Ziel sei eine Lebensdauer von mindestens 15 bis 20 Jahren. Evonik wird bei der Entwicklung von der Universität Münster und dem Aachener Spezialunternehmen für Batteriesteuerungen Digatron Industrie-Elektronik GmbH unterstützt.
Mit der Entwicklung von Großbatterien steht Evonik nicht allein. Wichtigster Konkurrent ist der französische Batterie- und Rüstungshersteller SAFT, der ebenfalls einen Großspeicher mit Lithium-Ionen-Technik testet. «Aber wir wollen bei diesem Milliardenmarkt vorne mitspielen», hieß es aus dem Evonik-Konzern. Evonik ist 2007 aus den Industrietöchtern des ehemaligen RAG-Konzerns entstanden und erwirtschaftete 2008 mit rund 41 000 Mitarbeitern in den Sparten Chemie, Energie und Immobilien rund 15,9 Milliarden Euro Umsatz.
29.07.2010
MCS-Zertifizierung könnte britischen Photovoltaikmarktes begrenzen
Forscher: Seit 1990 steigt die Temperatur in der Arktis rasant an
05.10.10: Ressourceneffizienz - Motor für ein Grünes Wachstum
Atomindustrie dringt auf «15 Jahre plus X»
DIW Berlin: Grundsätzlich viel Spielraum für Brennelementesteuer
Kohlendioxid-Recycling: Klimakiller oder Kassenknüller?
28.07.2010
Für Stromleitung aus der Wüste: Blaupause mit 800 kV steht in China
Karlsruher Stadtmobil-Kunden können Plug-in Hybrid Prototypen mieten
Unterwasserfahrzeug forscht unter dem Treibeis der Arktis
Offshore wind heads for record year
Baden-Württemberg: 80 Prozent mehr Schiffs-Gütertransport möglich
19.08.10 : Emissionshandel und Klimaschutz in den USA
Röttgen will Windenergie verstärkt fördern
21.10.10: Launch Event für CDP Deutschland Bericht
27.07.2010
Neuer Online-Rechner: Photovoltaik-Anlagen an Wohngebäuden
Bund kappt Ökosteuer-Rabatte für energieintensive Industrie
Brasilianische Ureinwohner besetzen Wasserkraftwerk
Elektroauto Chevrolet Volt kommt zum Premiumpreis
Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner
Stadtwerke Flensburg verkauft Ökostrom über mobilcom-debitel
Bundesnetzagentur: Über drei Gigawatt mehr Solaranlagen im ersten Halbjahr
KfW-Klimaschutzbeauftragter koordiniert Erstellung von Weltklimabericht
Viele Fragen offen für Deutschlands grüne Zukunft
26.07.2010
transpower will bessere Prognose für Wasserkraft und Photovoltaik
Hacker-Attacke legt ECX-Website vorübergehend lahm
Musterkommunen-Wettbewerb: 72 Bewerber erhalten ihren CO2-Rechner
Kleine solarthermische Kraftwerke mit Mehrfachnutzen für heiße Länder
Wuppertal-Institut: CCS als Brückentechnologie für deutsche Kohlekraftwerke unnötig
Ab 26. Juli: Dritte Bayerische Klimawoche startet mit über 700 Aktionen
Flughafen Stuttgart will CO2-Emissionen um 20 Prozent reduzieren
23.07.2010
Wüstenstrom-Konsortium verzichtet auf Namen Desertec
Verband: Bald über Elektroauto-Prämie entscheiden
Fachagentur veröffentlicht umfassende Marktübersicht zu Hackschnitzel-Heizungen
WWF: Verschiebung des US Klima- und Energiegesetzes herber Rückschlag
Klima- und umweltfreundlich reisen: WWF sieht noch wenige Veranstalter auf gutem Weg
US-Senat vertagt umfassendes Klima- und Energiegesetz