Co2-Handel.de - Das Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz
Seite empfehlen

Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70 (12.03.2010)

Hamburg - Hartmut Graßl ist ein Klima-Mahner der ersten Stunde. Dass der Klimawandel heute fast überall als ernste Bedrohung gesehen wird und sich das Verhalten der Menschen ändert, ist auch sein Verdienst.

Hartmut Grassl Bild:fona.deDer frühere Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg wird am Donnerstag (18. März) 70 Jahre alt. Er beriet Regierungen, arbeitete in ungezählten Ausschüssen, Beiräten und Gremien und wurde nie müde, für seine Überzeugung zu werben. Als die Zweifler in- und außerhalb der Wissenschaft noch zahlreich waren, untermauerte der Professor seine Aussagen zum Einfluss der Menschen auf das Klima und zur Gefährlichkeit dieser Entwicklung für die Menschheit immer wieder mit neuen Szenarien aus größeren und schnelleren Computern.

Zu seinem Geburtstag, den er in den Schweizer Alpen verbringt, ist Graßl trotz aller Klimasorgen auch optimistisch. «Ich bin froh, dass das Zwei-Grad-Ziel endlich allgemein anerkannt worden ist mit der Kenntnisnahme in Kopenhagen.» Viele Forscher warnen, dass es zu katastrophalen Auswirkungen kommen kann, wenn sich die Erde um mehr als zwei Grad erwärmt. «Langfristig muss die Kohlendioxidkonzentration sicherlich unter die jetzt herrschende Konzentration zurück», sagt er.

Klimakosten einrechnen

Optimistisch stimmt Graßl, dass zahlreiche Länder zunehmend erneuerbare Energien nutzen wie zum Beispiel die Windenergie. Große Probleme sieht der Wissenschaftler in der umweltverträglichen Gestaltung von Straßengüter- und Flugverkehr.

Er fordert auch, die Kosten für die Schäden durch den Klimawandel einzurechnen. Der Strom aus Kohlekraftwerken müsste daher teurer sein als bislang.

Als einer der ersten Politiker habe 1987 der damalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß die Bedeutung des Themas erkannt, berichtet Graßl. Er forderte damals die Einrichtung eines Wissenschaftlichen Klimabeirats der Bundesregierung. Dessen erster Vorsitzender wurde Graßl, der damals noch am GKSS Forschungszentrum in Geesthacht in der Nähe von Hamburg arbeitete.

Erste Hinweise auf Klimawandel bereits 1960

Der Weg des jungen Hartmut Graßl aus Salzberg bei Berchtesgaden bis zum Direktor des Weltklimaforschungsprogramms bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf (1994 bis 1999) war nicht vorgezeichnet. «Als mittelmäßiger bis schlechter Schüler wagte ich mich nach München zum Studium der Meteorologie, das ich nach einem sehr guten Vordiplom zugunsten der Physik aufgab», erinnert er sich. Klimaerwärmung durch das Treibhausgas Kohlendioxid sei aber schon in seinem ersten Fachsemester 1960/61 ein Thema gewesen. In den Jahren zuvor hatte er in einer Berggaststätte die Jahrbücher des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins verschlungen und so erstes geowissenschaftliches Wissen erworben.

Ein richtiges Rentnerleben führt der schlanke Mann, den die Medien oft als «Klimapapst» titulieren, allerdings auch mit 70 nicht. «Als Wissenschaftler, der das Neinsagen schlecht beherrscht, habe ich fast so viel zu tun wie vorher.» Doktoranden wollen betreut werden, dazu kommen Beratertätigkeiten für die Europäische Union, den Europäischen Forschungsrat, die Bayerische Staatsregierung und mehrere geowissenschaftliche Institute. «Ich halte viele Vorträge und bin Herausgeber einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift.»

Medien müssen überzeugt werden

Graßl wird auch heute nicht müde, in den Medien für seine Überzeugungen einzutreten. In der Debatte um Fehler beim Weltklimarat forderte er Anfang Februar sogar den Rücktritt von dessen Chef Rajendra Pachauri. Er gibt immer wieder geduldig und höflich Auskunft, erklärt den Zusammenhang von Kohlendioxid und Klima auch zum hundertsten Mal. «Man muss die Talkshows erobern und Journalisten fortbilden», ist der Mann mit den weißgrauen Haarschopf überzeugt. Allerdings habe die Wissenschaft eines unterschätzt: «die fehlende Durchdringung der Medien bei solch komplexen Fragen».


Quelle: Sönke Möhl, dpa



GLS Bank


08.02.2012

Strategie soll den Wald für die Zukunft fit machen

Paket zur Gebäudesanierung droht zusammenzuschmelzen - Keine Einigung

Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten bei der Jagd tiefer tauchen

Klimastudien sagen kältere Winter in Europa voraus

Durchbruch beim Abfallgesetz - Entsorgungswirtschaft will klagen

Frankreich braucht «Stromhilfe» aus Deutschland

DIW-Studie: CCS-Technologie ist für die Energiewende gestorben

07.02.2012

Deutschland bleibt auch bei dieser Kälte Stromexporteur - dank Ökostrom

Bosch verschiebt Baustart für Solarfabrik in Malaysia

Verbandsrecherche: 87 Prozent der Energieversorger bieten Energieberatung

Löscher: Siemens wird Gewinner der Energiewende sein

EEX führt CO2-Produkte für Luftfahrtindustrie ein

Klimafolgen besser abschätzen: Forscher vergleichen Simulationen aus aller Welt

Baden-Württemberg bringt Klimaschutzgesetz auf den Weg

06.02.2012

Fällt Klimakatastrophe aus? - Vahrenholt stellt Buch vor

Nordseesturmfluten im Klimawandel

China boykottiert Klimaabgabe für seine Airlines - EU bleibt hart

EEX Handelsergebnisse für Emissionsberechtigungen im Januar

Ökoenergie-Ausbau ersetzt Brennstoffimporte in Milliardenhöhe

Stromnetze trotzen Kälte - Leitungen stabil

05.02.2012

Greenpeace-Chef zum Klimawandel: Die Zeit läuft uns davon

03.02.2012

Energy Efficiency Award 2012 für Industrie und Gewerbe: Bewerbungsfrist läuft

Vor Rio: Hochrangiges UN-Gremium will 'neues politisches Wirtschaftsmodell'

Thermografie der Bremer Innenstadt soll Wärmeverluste identifizieren

Extrem regional: Jederzeit frische Stadttomaten vom Dach

Rekordzahl von Bucheckern - Ursache Klimawandel?

02.02.2012

Greenpeace-Chef: Klimawandel Gefahr für Frieden und Sicherheit

Studie: Ölpreis könnte 2012 um 15 Prozent steigen

Forscher: Ultrafeine Partikel aus 'sauberer' Kohleverbrennung beeinflussen Klima

Qantas erhöht Ticketpreise und Kerosinzuschlag wegen Emissionshandel

PwC-Studie: Ökostrom elektrisiert Finanzinvestoren

Campact: Röslers Politik sabotiert Energiewende

Energiebranche will effizientere Offshore-Anbindung