Dafür hat Kleber das Nachrichtenstudio auf dem Mainzer Lerchenberg verlassen und ist auf Reisen gegangen, mehr als ein Dutzend Mal. So zeigt die Reportage an diesem Montag (14.11., 21.45 Uhr) und Dienstag (15.11., 23 Uhr) teils abgelegene Winkel der Erde in beeindruckenden Bildern - etwa das Hochland von Tibet, Wasserfälle in Äthiopien und traditionelle Zeremonien im Pazifik-Staat Tonga.
Der 56-jährige Kleber besuchte auch einen riesigen Windpark in der Inneren Mongolei, sprach mit Kleinbauern in Äthiopien und interviewte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Sein Resümee: In vielen Regionen drohen Kriege um Ressourcen wie Wasser und Bodenschätze. Nicht in den kommenden Jahren, aber die kommende Generation wird nach seiner Einschätzung davon betroffen sein.
Zu den ersten Dreharbeiten sind Kleber und Co-Autorin Angela Andersen vor rund zwei Jahren gereist. «Es gab zahlreiche Probleme mit Visa und Drehgenehmigungen, unter anderem für Kaschmir», berichtet der Journalist. Eine der größten Überraschungen für ihn seien China und die Innere Mongolei gewesen. «Als ich diesen riesigen Windpark in der Steppe des Dschingis Khan sah.»
Mit seinem Team drehte Kleber unter anderem in Äthiopien, wo Investoren aus Saudi-Arabien auf einer riesigen Fläche in den Reisanbau einsteigen und Tausende Kleinbauern umgesiedelt werden. In der peruanischen Hauptstadt Lima trifft er einen hochrangigen Experten für Zivilschutz. Dieser berichtet ihm, dass sich die Polizei bereits auf einen Bürgerkrieg um rares Trinkwasser vorbereitet.
Das Königreich Tonga ist mit am stärksten vom Klimawandel und einem steigenden Meeresspiegel betroffen. Auf dem kleinen Inselstaat prallen auch die Interessen der Mächte USA und China aufeinander - im Meer um Tonga wird der Tiefseebergbau an Bedeutung gewinnen, wie Kleber in seinem Film erzählt.
Bonusmaterial online
Online-Videos dokumentieren Klebers Reportage-Reisen. Sie zeigen, wie eng auf Spitzbergen Klimaforschung und Geostrategien verwoben sind; wie Perus Hauptstadt Lima mit Problemen bei der Wasserversorgung kämpft; und wie das Unternehmen Suntech zu einem der führenden Solarzellenproduzenten der Welt aufstieg.
Zusätzlich sollen animierte Karten und 3-D-Hologramme klar machen: Warum streiten sich Großmächte um kleine Inseln mitten im Pazifik? Wo sind die größten Schätze zu heben, wo verläuft die neue Kolonialisierung - und mit welchen Krisenszenarien rechnen die Strategen?
Rechtzeitig erkennen, was da kommt
«Es ist unheimlich wichtig, dass man rechtzeitig erkennt, dass solche Krisen kommen», warnt Kleber. Er hofft, das Thema mit seiner Dokumentation und der Präsenz in den Medien «kraftvoller auf die Agenda setzen» zu können.

