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IWF-Chefin Lagarde fordert CO2-Steuern (14.06.2012)

Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IMF), setzt sich für die Einführung von CO2-Steuern ein. Die Besteuerung von Emissionen könne daWu beitragen, die menschlich verursachten Treibhausgasemissionen und damit den Klimawandel einzuschränken, sagte Lagarde bei einer Rede im Center for Global Development in Washington. "Wir müssen die grüne Wirtschaft richtig gestalten", sagte Lagarde.

Inmitten ihrer Anstrengungen, neues Wachstum in Zeiten einer der schwierigsten Phasen der Weltwirtschaft seit der Großen Depression zu schaffen, müssten die Politiker sehr genau darauf achten, dass das neue Wachstum auch nachhaltig sei. Sie bot den Regierungen die Expertise des IWF an, um im Vorfeld der Konferenz Rio+20 Preise für Treibhausgasemissionen festzulegen. Ihre Ausführungen werden von einer eben veröffentlichten IWF-Studie zum Thema CO2-Preisgebung untermauert. "Mit der richtigen Preisfindung kann man über die Fiskalpolitik sicherstellen, dass die Schäden, die wir anrichten, sich auch in dem Preis widerspiegeln, den wir zahlen", sagte Lagarde.

Nach Ansicht der IWF-Chefin können Gebühren oder andere steuerähnliche Instrumente auf Treibhausgase bei der Reduktion von Emissionen helfen. Sie könnten aber auch die Staatssäckel füllen und die wirtschaftliche Entwicklung von CO2-armen Technologien fördern. Die USA beispielsweise könnten in den kommenden zehn Jahren mehr als eine Billion US-Dollar einstreichen, wenn eine bundesweite CO2-Steuer von 25 Dollar je Tonne CO2 eingeführt würde. Auch Gebühren für die Emissionen der Luft- und Schifffahrt könnten Entwicklungsländern dabei helfen, Strategien gegen die Folgen des Klimawandels zu entwickeln.

CO2-arme Technologien sind zumeist teurer als die traditionelle Stromerzeugung. Ein Preis auf Treibhausgasemissionen könnte dabei helfen, Druck auf die emittierenden Industrien auszuüben, ihre Emissionen entweder zu drosseln oder für den Ausstoß von CO2 zu bezahlen. Diese Gebühren könnten dann wiederum dazu genutzt werden, CO2-arme Technologien zu fördern. Die Mittel könnten aber auch für andere wichtige Budgetbelange genutzt werden.

Lagardes Ausführungen rühren an einen wunden Punkt. Die USA haben bislang keine einschlägige Gesetzgebung rund um ein Emissionshandelssystem, weil die größten CO2-emittierenden Industrien wie die Öl- und Kohlebranche sich gegen strikte Gesetze wehren und einige Politiker nicht nur die wirtschaftlichen Vorteile von CO2-Gebühren bestreiten, sondern fallweise auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse um den Klimawandel anzweifeln. Viele Wissenschaftler sind sich zwar darin einig, dass die von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen das Klima beeinflussen. Noch gibt es jedoch Uneinigkeit über die potenziellen Auswirkungen dieser Erkenntnisse.

Christine Lagarde bezeichnete den Klimawandel in ihrer Rede ganz klar als "eine der größten Herausforderungen unserer Zeit". Ihrer Ansicht nach haben die größten Emittenten eine Verantwortung, den ärmeren Nationen dabei zu helfen, sich auf die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Die Offensive für CO2-arme Technologien könnte für Entwicklungsländer auch ein unerwartetes Geschenk sein. "Es gibt viele Möglichkeiten, Infrastrukturlücken etwa in Afrika mit sauberer Technologie zu schließen - das führt zu höherem und grünerem Wachstum, verbindet also beide Welten", sagte sie. Nach Ansicht einiger Staaten seien die Kosten für CO2-arme Technologien eine unfaire Last für die Entwicklungsländer, Emittenten in den USA oder in Europa sollten deshalb bei der Finanzierung helfen. "Veränderungen bei den Emissionen der internationalen Luftfahrt und des Schiffsverkehrs würden rund ein Viertel der 100 Milliarden Dollar beitragen, die für die Anpassung und die Linderung der Klimafolgen in den Entwicklungsländern benötigt werden. Die Industriestaaten haben zugesagt, dass sie diese Ressourcen bis 2020 mobilisieren werden", sagte Lagarde.


Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions / Ian Talley, Washington



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