SGS selbst bedauert in einer ersten Stellungnahme die "strenge Reaktion" des CDM EB. Man habe schließlich die Mängel beseitigt. Allerdings räumt das Unternehmen auch ein, dass es seine Abläufe in manchen Punkten noch verbessert werden könnten. Man nehme nun Kontakt mit den Kunden auf. Da SGS bis zur Aufhebung der Suspendierung zwar weiterarbeiten könne, vom CDM EB aber keine Zertifikate für eigene Projekte ausgegeben würden, könne es zu Wartezeiten bei der Ausgabe von CERs kommen, schreibt Michael Fahy, Leiter des Bereichs Umweltdienstleistungen, in der Stellungnahme. SGS hat nach eigenen Angaben etwa die Hälfte der bislang ausgegebenen projektbezogenen Minderungszertifikate verifiziert.
Das CDM EB hat damit innerhalb von neun Monaten die zwei größten Validierer des CDM-Prozesses wegen Bedenken bezüglich ihrer Zuverlässigkeit suspendiert. Mitte Dezember 2008 hatte das Gremium der Prüfgesellschaft Det Norske Veritas die rote Karte gezeigt. DNV zeichnete nach eigener Einschätzung für rund die Hälfte aller CDM Projekte weltweit verantwortlich. Damals war in Hochrechnungen über den Ausfall von bis zu 5 Mio CERs pro Monat bis zur Wiedereinsetzung des Validierers spekuliert worden. Unternehmen, die damals auf zugesicherte Zertifikate warten mussten, fürchteten finanzielle Nachteile durch den Ankauf der benötigten Zertifikate auf dem Markt. Die Suspendierung von SGS könnte ähnliche Folgen haben. Nach diesem zweiten Ausrutscher wird erwartet, dass CDM-Prozess in Kopenhagen überarbeitet wird.
Quelle: djnewsletters.de / Dow Jones TradeNews Emissions
Die englische Meldung der UNFCCC finden Sie hier

