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Forscher: Gletscherschwund auf Kilimandscharo später als befürchtet (16.04.2007)

Wien - Der Schnee auf dem Kilimandscharo in Kenia wird nach Ansicht österreichischer Wissenschaftler vermutlich erheblich später verschwinden, als von Klimaforschern bisher angenommen.

Nach ihren Schätzungen wird der Gletscher auf dem Gipfel von Afrikas höchstem Bergmassiv (5895 Meter) erst zwischen 2040 und 2050 verschwunden sein.

In den vergangenen Jahren hatten Klimatologen angenommen, dass die Eisschicht auf dem Berg bis zum Jahr 2015 vollständig abgetaut sein werde. «Die Theorien, dass die globale Erwärmung zu einer Anhebung der Temperaturen und damit zum schnellen Abschmelzen der Gletscher führt, sind zu einfach gewesen», sagte Klimaforscher Georg Kaser von der Universität Innsbruck am Rande des Jahreskongresses der Europäischen Vereinigung für Geowissenschaften (European Union of Geosciences) am Montag vor Journalisten in Wien.

An dem Kongress nehmen bis Donnerstag rund 8000 Wissenschaftler aus ganz Europa teil. Die berühmte Schneekappe des Kilimandscharo werde schließlich durch einen Mangel an Niederschlägen und Verdunstung verschwinden, der bereits seit 120 Jahren andauere. In den ersten 80 Jahren sei der Eisverlust jedoch deutlich größer gewesen, als in den vergangenen 20 Jahren. Ungewöhnlich starke Niederschläge im Jahr 2006 hätten die Schneehöhe sogar um rund einen halben Meter wachsen lassen.

Ein Team um Kaser, den Innsbrucker Wissenschaftler Thomas Mög und Experten der Universität Massachusetts haben die Entwicklung auf dem Gebirgsmassiv seit dem Jahr 2000 untersucht. Mit Ausnahme des vergangenen Jahres sank die Gletscheroberfläche dabei zwischen einem halben und einem Meter pro Jahr ab.

Selbst wenn die Eisschicht auf dem Berg vollständig verschwindet, halten Kaser und Mög die Folgen für die Region für unbedeutend. «Das Gletschergebiet ist so klein, dass es für die Wasserversorgung praktisch keine Rolle spielt», meinte Mölg am Montag. Ein schneefreier Kilimandscharo werde, wenn überhaupt, wohl eher Auswirkungen auf den Tourismus haben. Doch auch die würden sich in Grenzen halten. Mölg: «Wir haben vor Ort Touristen befragt. Etwa die Hälfte war dorthin gereist, um den Schnee auf dem Berg zu sehen, die andere, um "den höchsten Berg Afrikas" zu erleben.»


Quelle: dpa

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