Grund dafür sei die starke diesjährige Ausprägung des Wetterphänomens La Nina, das sich gewöhnlich an El Nino anschließt und im Gegensatz zu diesem einen kühlenden Effekt mit sich bringt. Die starke Ausprägung von La Nina hatte zu sintflutartigen Regenfällen in Australien wie einer ungewöhnlich langen und schneereichen Kälteperiode in China geführt. Jarraud erklärte, dass La Nina sich möglicherweise bis in die Sommermonate auswirken und die Temperaturen global um Bruchteile eines Grades fallen lassen könnte.
Das würde bedeuten, dass die Temperaturen auf der Erde seit 1998 - dem bisher heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1861 - nicht weiter gestiegen sind. Jarraud warnte aber davor, den Klimawandel deshalb in Frage zu stellen, da dennoch ein langanhaltender Erwärmungstrend zu verzeichnen sei. Die Vorhersagen der Experten würden sogar neue Rekordtemperaturen binnen der nächsten fünf Jahren erwarten lassen.
"La Nina ist Teil dessen, was wir Variabilität nennen. Es gab immer und wird immer kältere und wärmere Jahre geben", sagt Jarraud. Beim Thema Klimawandel sei es aber wichtig zu erkennen, dass es einen eindeutigen - negativen - Trend gebe. "Das Klima erwärmt sich auch dann, wenn es durch La Nina Abkühlung gibt.". Klimaforscher Adam Scaife vom Hadley Centre in Exeter http://www.metoffice.gov.uk/research/hadleycentre unterstützt diese Aussagen: "Die Veränderungen durch La Nina sind sehr gering im Vergleich zu den langfristigen Signalen des Klimawandels. Wir sind sicher, dass in einigen Jahren, wenn La Nina nachgelassen hat, die Rekordtemperaturen von 1998 noch übertroffen werden."
Bereits im vergangenen Jahr waren Klimarekorde gemeldet worden: Nach Angaben der WMO seien die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen in den Monaten Januar und April so hoch gewesen wie nie zuvor. Der Januar-Schnitt lag um 1,89 Grad Celsius höher als das Mittel, die Apriltemperaturen waren um 1,37 Grad Celsius höher. Die WMO unterstrich, dass die Dekade von 1998 bis 2007 die wärmste seit Aufzeichnungsbeginn sei.
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