"Als Konsequenz dieser Verzögerung stellen die Treibhausgasemissionen eine noch größere Herausforderung für diese und die nächste Dekade dar: So werden in dieser Zeit ungleich größere Emissionsminderungen notwendig sein, um die Grenzen des Emissionsbudgets für die Erreichung des 2-Grad-Ziels einhalten zu können", prognostizierte der Autor des bekannten Stern-Reports über die Ökonomie des Klimawandels. Stern betonte weiter: "Daher werden technologische Lösungen wie die Carbon Capture and Storage-Technologie zur Abscheidung und geologischen Speicherung von CO2 sowie der Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz von entscheidender Bedeutung für die Begrenzung der Folgen des Klimawandels sein."
Auch Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe, hob die Notwendigkeit der Carbon Capture and Storage-Technologie (CCS) im Rahmen eines globalen Klimaschutzportfolios hervor. Vordringlich für die weitere Entwicklung und die zügige Demonstration der innovativen Technologie im großtechnischen Maßstab in Deutschland sei jedoch die schnelle Umsetzung der Vorgaben aus der europäischen CCS-Richtlinie in nationales Recht, wie es auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vereinbart ist. "Wir brauchen diesen Rechtsrahmen, um unsere Planungen weiter verfolgen zu können. Dafür muss man nicht auf ein Energiekonzept warten, das im Herbst dieses Jahres vorgelegt werden soll. Die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung bietet dafür eine völlig ausreichende Grundlage", betonte Hatakka mit Blick auf entsprechende Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle in der Presse.
Im Rahmen des vom IZ Klima e. V. veranstalteten Kongresses mit dem Titel "Klimaschutz braucht CO2-Speicherung", der in diesem Jahr im kürzlich wiedereröffneten Café Moskau in Berlin-Mitte stattfand, diskutierten rund 400 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über die Perspektiven sowie den aktuellen Stand der CCS-Technologie. Neben den Reden zum Auftakt der Veranstaltung fanden am Nachmittag zudem mehrere Panels mit Beiträgen und Diskussionen verschiedener Experten zu den Themen "Akzeptanz als Voraussetzung für CCS", "Perspektiven der CO2-Speicherung" sowie "Pläne & Projekte" statt.
Klaus von Trotha, Vorstandsvorsitzender des IZ Klima e.V., zeigte sich mit dem Verlauf des 2. CCS-Kongress zufrieden. "Sowohl die große Resonanz als auch die Teilnahme so renommierter Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie zeigen, dass die zentrale Bedeutung der geologischen Speicherung von CO2 für den Klimaschutz mehr und mehr verstanden wird". Gleichwohl bekräftigte von Trotha die Notwendigkeit sachgerechter Information und eines breit angelegten gesellschaftlichen Dialogs, um auch die Akzeptanz der Bevölkerung für die innovative Technologie zu gewinnen. "Wenn CCS in Deutschland erfolgreich sein soll, dann braucht es eine gemeinsame kommunikative Initiative von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Denn wir haben im vergangenen Jahr gesehen: CCS erklärt sich nicht von selbst."
Das IZ Klima - Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk e.V. engagiert sich für die Verbreitung von Informationen über die Chancen und Potenziale der CCS-Technologie. CCS steht für "Carbon Capture and Storage", also die Abscheidung und sichere Speicherung des im Kraftwerksprozess anfallenden CO2. Als Ansprechpartner für die interessierte Öffentlichkeit, Medien und Fachpublikum bemüht sich der gemeinnützige Verein mit Sitz in Berlin um die Etablierung eines sachgerechten und konstruktiven Dialogs über die Notwendigkeit einer klimafreundlichen Nutzung fossiler Energieträger. Das IZ Klima ist eine gemeinsame Kommunikationsplattform, der gegenwärtig die Unternehmen Alstom Deutschland, Babcock Borsig Services, DB Energie, EnBW, E.ON, GE (General Electric), Großkraftwerk Mannheim Aktiengesellschaft, Hitachi Power Europe, RWE Power, Siemens Energy Sector, ThyssenKrupp Steel und Vattenfall angehören.

